Auferstehung Christi

OSTERN: HERAUSFORDERUNG STATT HOFFNUNG? – von Ordensprior Dr. Schneider

KarfreitagEigentlich kommen uns allen – nach dem ruhigen, traurigen, bei vielen in Melancholie verbrachten Karfreitag, der uns alle quasi zur Ruhe zwingt – die Osterfeiertage gerade recht.

OstereierDie sich in ihrer Pracht langsam entfaltende Natur lockt ins Freie und die Kinder sind in gespannter Erwartung, da sich Ostereier und viele andere angenehmen Süßigkeiten dort in Verstecken finden lassen. Auch die Erwachsenen sehnen den Tag herbei, da damit die lange Fastenzeit ein Ende hat. Wer sich hier von den Traditionen des historischen Templerordens leiten lässt, muss allerdings feststellen, dass die damaligen Ordensritter im Vergleich zu uns heute in einer permanenten Fastenzeit gelebt haben und dennoch wie wir die Freude auf das Osterfest in sich trugen. Kritsch betrachtet müssen wir feststellen, dass wir auf einem “sehr hohen Niveau fasten”, wenn wir von unseren heutigen Ansprüchen ausgehen.

Die aufeinander folgenden Tage Karfreitag und Osternacht beinhalten in dieser Konzentration die ganze Problematik des menschlichen Lebens mit und ohne Glaube. Der Tod ist auch von Atheisten nicht negierbar und ist das Ende unseres menschlichen Lebens. Es lässt sich aber vielfach feststellen, dass auch der Tod aus dem menschlichen Bewusstsein gedrängt wird, da man sich nicht gern damit beschäftigt und dennoch unversehens durch den Tod eines Angehörigen oder Bekannten gleichsam mit der Nase darauf gestoßen wird.

Die Atheisten haben aber im Gegensatz zu den Verdrängenden das Bewusstsein, dass es nur dieses Leben gibt, das so gelebt werden sollte, dass man am Ende des Lebens möglichst wenig Defizite spürt. Aber selbst bei denen, bei denen man den Glauben verortet, bei uns Christinnen und Christen, geht es oftmals nur um ein Bemühen, im Sinne Jesu Christi das Leben zu meistern. Der Glaube endet aber oftmals an der Schwelle zur Auferstehung, die die eigentliche Erlösung der Menschen darstellt.

AuferstehungHier liegt die wahre Herausforderung, aus der Hoffnung erwachsen kann: Den Tod, den Jesus Christus besiegt hat, als Tür zur Auferstehung zu begreifen, bringt durch den österlichen Glauben bereits Änderungen im jetzigen Leben, die spürbar sind und die die sichere Basis für die Osterfreude sind.