SEGNUNG DER KOMTUREIKERZE ANLÄSSLICH DER MICHAELIS-VESPER

Segnung der Komtureikerze

Segnung der Komtureikerze

Die von unserer Ordensscriptorin Monika Schneider kunstfertig gestaltete Komtureikerze wurde vom Ordensprior Dr. Schneider in der Michaelis-Vesper gesegnet und an der Osterkerze der Marktkirche entzündet.

Die Osterkerze symbolisiert für Christen generell den Sieg Jesu Christi über den Tod. Die Kerze erhellt die Finsternis und spendet Wärme – sie verzehrt sich für andere und symbolisiert uns auch die Wirkung des Lebens Jesu Christi.

So soll die neue Komtureikerze an Jesus Christus als die Licht spendende Mitte unseres Lebens erinnern und in den Gottesdiensten und Komtureikonventen die Mitte unseres Wirkens symbolisieren. Alle Ordensangehörigen sollen aber auch durch ihren Schein daran erinnert werden, dass wir alle gleich sind und nur einer unser Meister ist: JESUS CHRISTUS.

NICHT UNS, HERR, NICHT UNS, SONDERN DEINEM NAMEN GIB EHRE

Ansprache von Ordensmeister Prior Dr. Schneider P1100350in der ev. Marktkirche zu Hannover

Der Bezug zum historischen Templerorden ist weder reine Forschungsarbeit noch die Wehmut an vergangene Größe, die so nicht wieder erreicht werden wird.

Wer sich auf den historischen Templerorden beruft, der darf natürlich die negativen Schattenseiten die sich auf den Orden durch die Kreuzzüge legten, nicht verleugen. Daher setzt sich der Deutsche Tempelherren-Orden aktiv für Völkerverständigung und religiöse Toleranz ein. Der Einsatz des heutigen Ordens ist aber auch dann gefordert, wenn die religiöse Toleranz mit Füßen getreten wird – wovon die Presse in der Regel nur dann Notiz nimmt, wenn die Lage sich zu einem Bürgerkrieg entwickelt.

Geradezu eine fundamentale Grundlage des heutigen Zusammenwirkens im Orden muss aber die historische Ordensdevise sein, die im Titel dieses Beitrags erscheint und dem Psalm 115/1 aus dem Alten Testament entnommen ist.

Mit den Augen eines heutigen, kritisch distanzierten Betrachters gesehen, wirkt das öffentliche Auftreten der Ordensangehörigen bei einem Gottesdienst im weißen Ordensmantel elitär. Hier gilt es darauf hinzuweisen, aber auch konkret vorzuleben, dass der Ordensmantel genau das Gegenteil von elitär zum Ausdruck bringen möchte:

Der Ordensmantel macht nicht elitär, sondern soll die egalitäre Ausrichtung des Ordens verdeutlichen:

Egal welcher sozialen Herkunft wir entstammen, unabhängig vom Beruf oder erworbener sozialer Stellung – hier im Orden zählen diese Unterschiede nicht. Das Gegenteil von dem zu leben, was in der Gesellschaft üblich geworden ist, fällt in der einen oder anderen Situation jedem schwer und bedarf permanenter Anstrengung, dieses hohe Ziel auch zu erreichen.

Aber die Ordensdevise geht sogar noch darüber hinaus: Die christliche Arbeit, die wir tun, ist weder im Orden noch außerhalb des Ordens wertvoller als andere. Wir sind dem christlichen Ideal nur auf unsere Weise besonders verpflichtet. Egal woher wir kommen, egal was wir mit unseren unterschiedlichen Charismen einbringen: Die Arbeit ist im Orden für alle die Gleiche und wir tun sie für Gott.

Völlig fehl am Platze ist hier das gesellschaftliche Denken, dass man für die Arbeit Anerkennung erwartet darf – ja für ehrenamtliche Arbeit sogar verstärkt erwarten werden dürfte. Diese gesellschaftlich verhaftete Sichtweise widerspricht der historischen Ordensdevise. Sich für die christlichen Anliegen einzusetzen, hat auschließlich den Bezug zu Gott. Es ist ein stetiges Bemühen sich der tiefen Erkenntnis des Verzichts zu nähern, dass menschliche Leistunge eben nur unter Menschen gilt. Hier aber gilt es, der Ordensdevise auf dem eigenen Lebensweg so nahe wie möglich zu kommen.

MICHAELIS-VESPER DER KOMTUREI HANNOVER-NIEDERSACHSEN

Grußwort von Ordensmeister Prior Dr. Manfred Schneider

Grußwort von Ordensmeister
Prior Dr. Manfred Schneider

Jede Komturei unseres Ordens hat einen zentralen Gedenktag, der sich mit den kirchlichen Festen des historischen Templerordens verbindet.

In der Komturei Hannover-Norddeutschland ist dies der Erzengel Michael, zu dessen Ehren die Michaelis-Vesper einmal im Jahr gefeiert wird.

Auch wenn es sich bei dieser Form um die seltene monastikale Vesper handelt, so entspricht dies sowohl der Tradition des historischen Templerordens als auch der bewusst ökumenischen Ausrichtung des Deutschen Tempelherren-Ordens. Trotz konfessioneller Spaltung des westlichen Christentums, ist dies eine gemeinsame Gottesdienstform in der evangelischen, römisch-katholischen und alt-katholischen Kirche.

Die Marktkirche ist im Laufe der Zeit zu einer geistlichen Heimat der Komturei, aber auch des Ordens geworden, da auch schon feierliche Rezipierungs- und Investierungsgottesdienste in diesem alt-ehrwürdigen Gotteshaus stattfanden.

Der Gottesdienst fand am 12.10.2014 in der Marktkirche Hannover, St. Georgii et Jacobi, mit reger Beteiligung von Christinnen und Christen statt.

ZUM TODE UNSERER NICHT RESIDIERENDEN ORDENDAMEN URSULA KÜSTERMANN, ALMA BLASSAT UND BRIGITTE UIHLEIN

Unser Orden ist den Verstorbenen Ursula Küstermann und Alma Blaßat in templerischer Verbundenheit begegnet und sie haben durch ihr Wirken Spuren bei uns uns hinterlassen.

Durch die Handschrift ihres Lebens haben sie sich Raum in unseren Herzen geschaffen und wir bleiben mit ihnen verbunden.

Am Ende ihres Weges im Orden haben sie noch erleben dürfen, dass mit dem Generalkapitel 2013 zu Münster, im 896. Templerjahr, nunmehr residierende Ordensdamen mit allen Rechten und Pflichten als Angehörige des Generalkapitels aufgenommen werden dürfen.

Wir sind unseren verstorbenen Ordensdamen dankbar, dass sie bereits die Beteiligung der Frauen in der Anfangshistorie unseres Ordens durch ihre Mitwirkung repräsentiert haben.

Der Orden wird ihrer in den Ordensgottesdiensten und -konventen gedenken.

ZUM TODE UNSERES ORDENSBRUDERS KONSUL em. KURT UIHLEIN

Mit Kurt Uihlen verliert unser ökumenischer Ritterorden das langjährigste und älteste Mitglied der Ordensgemeinschaft.

Vor 44 Jahren wurde der Verstorbene als Rechtsritter feierlich rezipiert. Ihm wurde die seltene Ehre zuteil, im Rahmen der internationalen Templerfamilie beim Rezipierungsgottesdienst in Paris in der Kathedrale Notre Dame vom Regenten der großen Ordensgemeinschaft aufgenommen zu werden.

Unser verstorbener Ordensbruder hat seine großen Fähigkeiten, Brücken zwischen Menschen herzustellen und Verbindungen zwischen Institutionen aufzubauen, fruchtbar eingebracht.

Durch sein Wirken als Konsul des Haschemitischen Königreichs Jordanien hat er für unseren Orden auch an die große Tradition des historischen Templerordens angeknüpft und Beziehungen zwischen dem christlichen Orden und der muslimischen Welt hergestellt.

Unser Orden ist mehr als die Summe seiner Ordensangehörigen und verliert durch seinen Tod ein Stück seiner selbst.

Wir werden in unseren Ordensgottesdiensten und in unseren Ordenskonventen seiner gedenken.

UNSER ORDEN BEKUNDET SEIN MITGEFÜHL FÜR DIE HINTERBLIEBENEN UND VERLETZEN VON UTOYA

Stellungnahme zu den Behauptungen des Täters

Junge Menschen und Erwachsene sind Opfer von zwei schwerwiegenden Terrorakten geworden. Unser Orden empfindet tiefen Schmerz und Trauer aufgrund der vielen Toten und verletzten, traumatisierten Menschen. Wir sind fassungslos, wie ein Mensch – derart von Hass und Gewalt geblendet – eine solche unfassbare und nicht erklärbare Tat begehen konnte.

In Gedanken und im Gebet ist der ORDO MILITIÆ CRUCIS TEMPLI  – Deutscher Tempelherren-Orden – mit den Angehörigen der Toten verbunden. Wo alle Worte versagen, kann nur die Empfindung des Herzens das wiedergeben, was uns alle eint: In unser aller Herzen leben die Toten weiter und im Gebet bleiben wir mit ihnen in lebendiger Verbindung. Den Verletzten an Leib und Seele wünschen wir alle erdenkliche Hilfe, damit sie wieder in ihr Leben zurückfinden können, das ein anderes sein wird, als das bisherige.

Der ORDO MILITIÆ CRUCIS TEMPLI – Deutscher Tempelherren-Orden – weist das Ansinnen des Täters religiös motiviert zu sein entschieden zurück:

Das Christentum in seiner Gesamtheit ist dem Gebot Jesu verpflichtet: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ (Mt 5,44) Alle, die sich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlen, schaffen weder Feindbilder, noch üben sie Gewalt aus. Alle, die sich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlen, achten das Gebot, das Jesus  zu den zwei wichtigsten Geboten rechnet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22,39) Alle Menschen ohne Ausgrenzung sind unsere Nächsten und allen Menschen darf in keiner Weise ein Leid zugefügt werden.

Der ORDO MILITIÆ CRUCIS TEMPLI – Deutscher Tempelherren-Orden – weist das Ansinnen des Täters, in der Tradition der Kreuzritter zu stehen und als Tempelritter gehandelt zu haben, entschieden zurück:

Der Täter handelte weder im Namen der Templerorden noch stand er in irgendeiner Verbindung zu unserem Orden. Der ORDO MILITIÆ CRUCIS TEMPLI – Deutscher Tempelherren-Orden – und die anderen Nachfolgeorden der Ritterorden, die bei den Kreuzzügen gegründet wurden – Templerorden, Malteserorden, Deutscher Orden – verurteilen die Gräueltaten, die in Namen der Christenheit damals verübt wurden. Als christlicher und ökumenischer Ritterorden sind wir der Gewaltlosigkeit, der tätigen Nächstenliebe und der Einheit der Christen in Vielfalt verpflichtet.

Tod Ordensritter Johannes-Symbol für den TodDie Ordensdamen und Ordensritter unseres Ordens beten für die Verstorbenen, die Verletzten und die Angehörigen. Der Orden gedenkt ihrer im monastischen Stundengebet.

In der Ordenskapelle findet am Sonntag, 31.07.2011, ein Requiem für die Verstorbenen statt.