Ordensideale

ORDENSIDEALE
zum Leben zu erwecken

Sich in die Tradition des 1118 gegründeten Templerordens zu stellen bedeutet, weder dass damit identisch alles übernommen wird, noch dass die Ansprüche des alten Ordens erneut erhoben werden.

Historische Anknüpfung als Mahnung für die Zukunft

Sich in die Tradition des 1118 gegründeten Templerordens zu stellen bedeutet aber auch, dass man sich nicht nur die Teile der Tradition heraussuchen darf, die positive Aspekte beinhalten, sondern man muss sich auch dem Teil der Historie stellen, der die Beteiligung an den Kreuzzügen umfasst.

Daraus erwächst für die Ordensangehörigen die Verantwortung und Pflicht, die Erinnerung an Leid und Tod der Kreuzzüge mahnend wachzuhalten. Für jeden von uns gilt es, das neue Ordensideal – den Einsatz für einen undogmatischen Dialog der Weltreligionen und für ein friedliches Miteinander von Juden, Christen und Moslems im Heiligen Land – individuell und im Rahmen des Ordenseinsatzes zu leben. Wir setzen uns auch darüber hinaus auch für die Völkerverständigung ein.

Alte Ideale zeitgemäß leben

Wir, die wir in der Gesamtheit der Ordensgemeinschaft caritativ tätig werden, engagieren uns aber auch individuell als Christinnen und Christen in diesem Bereich und sehen alle Maßnahmen, die für die Verbesserung der Lage der Benachteiligten ergriffen werden, gleichermaßen als wertvoll an.

Es gilt für alle Christinnen und Christen und insbesondere für uns, die wir an der Devise des alterwürdigen Templerordens festhalten und uns daran messen lassen müssen:

Nicht uns Herr, nicht uns,
sondern deinem Namen gib Ehre.

Heute an die ritterlichen Ideale anzuknüpfen heißt, Gerechtigkeit und Bescheidenheit zu leben, aber auch geistigen Geleitschutz zu geben: das Wort für diejenigen zu ergreifen, denen die Worte fehlen – schlichtende Worte zu sprechen, denn kein unerbittlicher Streit der Welt hat einen Wert an sich – Worten geistiger Brandstifter mutig entgegentreten – sich solidarisch an die Seite der verfolgten und bedrängten Christen stellen.

Wir sind uns aber bewusst darüber, dass die christliche Taufe in unserer pluralen Gesellschaft in ihrer Bedeutung abnimmt und gleichzeitig viele Menschen auf dem Weg der Suche nach Gott sind. Unser Orden verschließt sich niemand, der auf der Suche nach dem Glauben ist bzw. mit seinem Glauben ringt. Es gibt unterschiedliche Wege in den Orden mit unterschiedlicher Positionierung die den Einzelnen gerecht wird. Ungetaufte Interessierte dürfen sich eingeladen fühlen, im Gespräch mit der Ordensregierung nach Wegen zu suchen.

Die konfessionell verschiedenen Ordensgeistlichen stehen aber immer für eine Begleitung auf dem Weg zum Glauben zur Verfügung.

 

1705 Statut Wappen 1Von 1118 bis heute lässt sich wie bei allen anderen Orden jener Zeit keine lückenlose Sukzession herstellen, so dass wir uns auch in der Tradition der Wiederbelebung des Templerordens in Frankreich sehen.

Als ökumenischer Orden unterscheiden wir uns daher von den konfessionell gebundenen wie dem Malteser-Orden, dem Deutschen Orden und dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, die zur römisch-katholischen Kirche zählen und dem Johanniterorden, der zur evangelischen Kirche gehört. Nicht von einer einzelnen Kirche als Teil der Kirche anerkannt zu sein, bedeutet keine Kirchenferne, sondern den Einsatz für ökumenische Offenheit und den möglichst engen Kontakt zu allen christlichen Kirchen in der ACK.

Unsere Ordensangehörigen sollen das Ideal der Einheit in Vielfalt verinnerlichen und in ihren jeweiligen Kirchen leben.

Weißer Ordensmantel als Zeichen der Gleichheit

Allen muss bewusst sein, dass der Ordensmantel kein elitäres, sondern egalitäres Zeichen unserer Gemeinschaft ist: Unter dem Mantel sind wir unabhängig von Herkunft, Beruf und sozialem Stand alle gleich. Es gilt grundlegend die Mahnung von Jesus Christus zu beherzigen: “Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, …” (Mk 10, 43)

Bewahrung des christlichen Erbes im konsensualen dialogischen Prozess

Als Orden christlich engagierter Laien setzen wir uns für den Glauben und eine christliche Lebensführung im Dialog mit allen verantwortlich Entscheidenden ein und wollen unseren Beitrag zur Bewahrung des geistigen und kulturellen Erbes der Christenheit im Rahmen des europäischen Einigungsprozesses leisten.

Aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Historie in ihren Höhen und Tiefen, die auch unsere eigene Ordensgeschichte umfasst und den Ordensidealen ist nur möglich, wenn alle Ordensangehörigen bestrebt sind, die eigenen Kenntnisse durch Studium von Publikationen zu vertiefen, die wissenschaftlicher Prüfung standhalten können. Alle Ordensangehörigen sind aufgefordert, neu gewonnene Erkenntnisse auf geeigneten Wegen mit allen anderen zu teilen.

Parteipolitische Neutralität

Ein weiterer Grundpfeiler der Ideale ist, dass sich unser Orden der parteipolitischen Neutralität verpflichtet hat und auf dem Boden des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland steht.

TemplerkreuzParteipolitische Neutralität bedeutet nicht, zu Rassismus, Fremdenhass, Antisemitismus und zu jeglichen Formen des Rechtsextremismus keine Meinung zu haben.

Ordensgebet

O Gott, der Du unsere Herzen zu einem Tempel Deines Heiligen Geistes gemacht hast, lehre uns, Dich im Geist und in Wahrheit anzubeten.

  Herr, mache uns tüchtig zu allem guten Werk, und erwecke uns zu Taten der Liebe durch Deinen Geist, und rüste uns aus mit der Kraft des Glaubens.

Bringe uns zusammen zu Deinem heiligen Tempel, füge uns ein als lebendige Steine, erwecke uns zu wahrer Bruderschaft, da einer dem anderen dient in geheiligter Liebe.

Ja, ewiger Gott, gedenke Deiner armen Ritterschaft vom Tempel in Gnaden, unserer Oberen, Schwestern und Brüder, aller Wohltäter und Freunde.

Herr, wir bitten Dich: Laß Deine ganze Christenheit vereinigt werden in der Wahrheit. Bringe zusammen, die Du gerufen und erwählt hast, zerbrich die Mauern, die uns trennen, und wehre allen, die Unfrieden stiften.

Herr, wir bitten Dich: Es komme der Tag, da e i n e Herde ist und e i n Hirte.

Gib Kraft und Gelingen zum täglichen Werk, gib uns Geduld und Treue. Hilf, daß wir uns bewähren als Ritter Deines Tempels und Streiter für Deine unvergängliche Wahrheit, damit wir Dich mit Freuden preisen und allezeit Deinen Namen bekennen.

Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre.

Amen.