Unser Auftrag

Unser Auftrag – Ordensideale

Unser Selbstverständnis

Der Deutsche Tempelherren­ Orden – Ordo Mititiæ Crucis Templi (OMCT) – ist ein christlicher Ritterorden, der sich verpflichtend zur Ökumene bekennt. Seine Mitglieder sind getaufte Christinnen und Christen aller Konfessionen, die sich für die Bewahrung der christlichen Grundwerte einsetzen und innerhalb des Ordens keine politischen Ziele verfolgen. Sie üben gegenüber ihren Mitmenschen tätige Nächstenliebe und Toleranz und achten das Grundgesetz sowie die soziale Ordnung der Bundesrepublik Deutschland.

Der weiße Ordensmantel, der in Erinnerung an den Heiligen Bernhard von Clairvaux von den Zisterzienser übernommen wurde, das rote Mantelkreuz und die gewachsenen Traditionen der Ordensgemeinschaft sind gleichzeitig Symbol und Auftrag für das Wirken und die Wirksamkeit einer einst geistlichen Ordensidee in der heutigen Zeit.

Weißer Ordensmantel als Zeichen der Gleichheit

Allen muss bewusst sein, dass der Ordensmantel kein elitäres, sondern egalitäres Zeichen unserer Gemeinschaft ist: Unter dem Mantel sind wir unabhängig von Herkunft, Beruf und sozialem Stand alle gleich. Es gilt grundlegend die Mahnung von Jesus Christus zu beherzigen:

Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, …

Luk 10,43

Unsere Herkunft

Der Ordo Militiæ Crucis Templi, Templerorden oder Tempelherren-Orden genannt, wurde 1118 zur Zeit der Kreuzzüge von Hugo von Payens gegründet und ist der älteste der drei großen Ritterorden aus jener Zeit, die heute noch bestehen.

Alle Ordensangehörigen verstehen sich als eine christliche Ordensgemeinschaft in der Nachfolge des historischen Templerordens. Alle unsere Mitglieder sind getaufte Christinnen und Christen.

Unser ökumenischer Ritterorden unterscheidet sich von den konfessionell gebundenen Ritterorden durch seine bewusste Ausrichtung auf das Miteinander der christlichen Gemeinschaften. Wir sind ein religiöser Laienorden und unsere heutige Vorstellung von Ordensdamen und Ordensrittern sind nicht mehr an eine adlige Herkunft gebunden.

Sich in die Tradition des 1118 gegründeten Tempelherren-Ordens zu stellen bedeutet, weder dass damit alles historische identisch übernommen wird, noch dass die weltlichen Ansprüche des alten Ordens erneut erhoben werden.

Unser Auftrag

Sich in die Tradition eines Ordens zu stellen, der Mönch und Rittertum vereinigte, bedeutet für uns heute, im ökumenischen Miteinander christlich zu leben und uns an die Seite derer zu stellen, die caritativ unserer Hilfe bedürfen:

  • sozial Benachteiligte,
  • von Gewalt bedrohte Frauen und Kinder,
  • bedrohte und verfolgte Christinnen und Christen

Wir, die wir in der Gesamtheit der Ordensgemeinschaft caritativ tätig werden, engagieren uns aber auch individuell.

Letztlich gilt, damals wie heute, die alles entscheidende Ordensdevise aus Psalm 115 Vers 1 durch die Ordensgemeinschaft insgesamt und durch die individuelle Umsetzung des Ordensangehörigen in das Leben zu transformieren: Alles was wir tun, hat niemals der Befriedigung des eigenen Ansehens zu dienen. Es gilt für alle Christinnen und Christen und insbesondere für uns, die wir an der Devise des altehrwürdigen Templerordens festhalten und uns daran messen lassen müssen.

Non nobis Domini, non nobis, sed nomini tuo da Gloriam!

Psalm 115

Nicht uns Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre!

Psalm 115

Unsere Ideale

Bekenntnis zu Jesuns Christus

Die Ordensideale die untrennbar mit dem Christentum verknüpft sind bedeuten für uns heute, dass sich auch unserer Ordensdamen und Ordensritter durch die Taufe zu Jesus Christus bekennen.

Gelebte Ökumene mit dem Ziel der Einheit in Vielfalt

Bereits 1841 wurde der beachtenswerte Beschluss gefasst, Christen aller Konfessionen den Zugang zum Orden zu eröffnen.

Darauf fußt auch unser heutiges Ordensideal, sich für die Einheit in Vielfalt einzusetzen. Wir fühlen uns getragen durch den Job 17,21 “Alle sollen eins sein.” und durch Eph 4,5 “ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller.”

Als ökumenischer Laienorden unterscheiden wir uns daher von den konfessionell gebundenen Orden. Nicht von einer einzelnen Kirche als Teil der Kirche anerkannt zu sein, bedeutet keine Kirchenferne, sondern den Einsatz für ökumenische Offenheit und den möglichst engen Kontakt zu allen christlichen Kirchen.

Unsere Ordensangehörigen sollen das Ideal der Einheit in Vielfalt verinnerlichen und in ihren jeweiligen Kirchen leben. Im Ordensleben begleiten daher auch römisch-katholische, evangelische und orthodoxe Geistliche als Teil der Ordensgemeinschaft diesen Weg.

Bei größeren Ordensbegegnungen im Rahmen der Generalkapitel haben wir wechselweise die ökumenische Gastfreundschaft der römisch-katholischen und evangelischen Kirche im Rahmen ökumenischer Gottesdienste erfahren dürfen.

Aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Historie

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Historie in ihren Höhen und Tiefen, die auch unsere eigene Ordensgeschichte umfasst und den Ordensidealen ist nur möglich, wenn alle Ordensangehörigen bestrebt sind, die eigenen Kenntnisse durch Studium von Publikationen zu vertiefen, die wissenschaftlicher Prüfung standhalten können.

Parteipolitische Neutralität

Ein weiterer Grundpfeiler der Ideale ist, dass sich unser Orden der parteipolitischen Neutralität verpflichtet hat und auf dem Boden des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland steht. In unserer langen Geschichte der Neubelegung des Templerordens in Deutschland haben wir stets vermieden, uns von Parteien und politischen Zeitströmungen vereinnahmen zu lassen. Alle unsere Ordensangehörigen, ob sie nun politisch interessiert oder politisch aktiv sind, sind vereint im Bewusstsein, dass ihr Einsatz im und für den Orden, die Verlebendigung der beschriebenen Ordensideale zum Ziel hat.

Gelübde der Templer

Wer sich als Orden auf den historischen Templerorden bezieht, der kommt nicht umhin, sich mit den drei Gelübden der Templer, monastischen Ursprungs sind, auseinanderzusetzen. 

Hier gilt es den Spagat zwischen den Erfordernissen der Vergangenheit und den Erkenntnissen und Bedürfnissen der Gegenwart zu schließen, ohne die Historie gänzlich abzulehnen, da sie doch einen Kernbestandteil des Selbstverständnisses ausmacht.

In zeitgemäßer Form bedeutet dies, den Kern der Gelübde im persönlichen Leben und im Ordensleben lebendig werden zu lassen. 

Gelübde der Armut

nach unserer heutigen Lesart: Gelübde der Hilfsbereitschaft

Diese Bereitschaft zur Hilfe ist je nach Möglichkeit des Einzelnen für den Orden einzubringen um zur Verwirklichung der caritativen Ordensziele beizutragen.

Gelübde des Gehorsams

Dies betrifft vorrangig den Gehorsam gegenüber den christlichen Geboten, aber auch den Gehorsam gegenüber den Oberen des Ordens, den bei wichtigen Gewissensentscheidungen Grenzen gesetzt sind.

Gelübde der Keuschheit

nach unserer heutigen Lesart: Gelübde der geordneten Lebensführung

Dies betrifft die Anforderung, ein geordnetes Leben als Einzelperson, in der Familie, im Beruf und in der sozialen Gemeinschaft zu führen. Niemand darf aber mit dem Strafgesetzen des Staates in Konflikt geraten oder unehrenhaft vorbestraft sein. Es besteht auch die Selbstverpflichtung, sich mit seinem ganzen Wesen – mit seinem Intellekt und seiner formalen Ausbildung – in den Dienst der Ordensgemeinschaft zu stellen.

Jeder Ordensangehörige in unserem Laienritterorden lebt in seinem Gesellschafts-, Berufs- und Privatumfeld weiter. Sie leben in geschwisterlicher aber nicht in klösterlicher Gemeinschaft miteinander.

Ordensideale zeitgemäß leben

Die Grundlagen und Ziele des alten Ordens – Ritterlichkeit, einstehen für den Glauben, Schutz der Kranken und Schwachen sowie eine bewusst christliehe Lebensführung – haben die Templer-Idee über Jahrhunderte hinweg aufrechterhalten.

Ritterliche Menschen, die sich einem christlich orientierten Laienorden anschließen, sollten ständig an sich arbeiten:

In einer immer fortschreitendend profanierten Welt müssen Ritterlichkeit, der Schutz der Schwachen, Treue, Beständigkeit, Gerechtigkeit und Geradlinigkeit die Hauptprinzipien im persönlichen Leben der Ordensangehörigen sein. Diese Tugenden sollen ständig vorgelebt werden. Man muss die Ordensdame und den Ordensritter an der Gesinnung und am Handeln erkennen können. Nur so können wir in der Öffentlichkeit den besonderen Anspruch einer Ordensgemeinschaft leben.

So ist der Deutscher Tempelherren-Orden heute eine ökumenische Gemeinschaft von Christinnen und Christen die sich folgenden Aufgaben und Anforderungen stellen:

  • Weiterführung der Ordenstraditionen in aktiver Nächstenliebe, im überlieferten Ritual sowie in der Templerforschung
  • Offenes und ehrliches Bekenntnis zu Jesus Christus im alltäglichen Leben
  • Stärkung des Miteinanders aller Templer überall auf der Erde
  • Erhalt der uralten Templersymbole, des weißen Mantels mit dem roten Kreuz

Der Orden ist überstaatlich; er ist in seinem ideellen Wirken frei. Der Orden verpflichtet jedoch seine Angehörigen zu Gehorsam gegenüber der staatlichen Autorität, zur Liebe und zum aktiven Dienst an Volk und Vaterland.