{"id":2934,"date":"2018-12-24T13:31:57","date_gmt":"2018-12-24T12:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/?p=2934"},"modified":"2021-05-13T18:29:04","modified_gmt":"2021-05-13T16:29:04","slug":"weihnachtspredigt-von-obr-matthias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/weihnachtspredigt-von-obr-matthias\/","title":{"rendered":"Weihnachtspredigt von Obr. Matthias"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Ordensbruder Matthias hat uns f\u00fcr den Abschluss der Vorweihnachtszeit und beginn der Weihnachtsfeierlichkeiten, seine Predigt zur Adventszeit zukommen lassen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/organisation\/ordensregierung\/\">Ordensregierung <\/a>w\u00fcnscht allen Mitgliedern, Affiliierten, Freunden und F\u00f6rderern eine besinnliche Weihnachtszeit im Kreise der liebsten und einen guten Start in das neue Jahr 2019.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Geheimnis des Adventskalenders<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich Advent h\u00f6re, erinnere ich mich daran, dass kurz vor Beginn der Adventszeit an den W\u00e4nden unserer heimatlichen Wohnk\u00fcche ein neuer Wandschmuck erschien. Das wiederholte sich durch alle Jahre unserer Kindheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen Korridort\u00fcr und Pellkartoffeldampf hingen zwei bunte, sch\u00f6ne, nagelneue Adventskalender. Es mussten zwei sein, denn wir waren zwei handfeste und kampferprobte Geschwister. H\u00e4tte nur ein Adventskalender die K\u00fcche geziert, dann w\u00e4re es jeden Morgen zu einer wilden Schlacht um das Recht gekommen, das neue T\u00fcrchen am Adventskalender zu \u00f6ffnen. Da aber der Sinn des Advents nicht darin besteht, gro\u00dfen Unfrieden zu produzieren, griffen unsere klugen Eltern vorsorglich in die nicht sehr volle Geldtasche und brachten das Opfer, gleich zwei Kalender zu kaufen.Es mussten aber zwei verschiedene sein, denn sonst h\u00e4tte die Sache auch wieder keinen Spa\u00df gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df nicht, wer den Adventskalender erfunden hat. Die gro\u00dfen kirchlichen Lexika verschweigen diesen Begriff Adventskalender total. Auch in den Handb\u00fcchern der Volkskunde fand ich nichts. Sicher ist nur, dass auch heute noch Adventskalender in die Kinderzimmer kommen \u2013 sch\u00f6ne, bunte mit Schnee, Weihnachtsmann und Schlitten darauf. Auch das System ist dasselbe geblieben wie zu unseren Kindertagen. Jeden Tag darf ein Fensterchen ge\u00f6ffnet werden. Am Ende bleibt von dem gro\u00dfartigen Bild des Adventskalenders nur noch eine L\u00f6cherlandschaft \u00fcbrig. Daf\u00fcr sind aber viele T\u00fcren aufgegangen, hinter denen die Bilder von Dingen sichtbar werden, die dann vielleicht auf dem Gabentisch liegen k\u00f6nnten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei uns verbarg sich hinter dem 24. T\u00fcrchen aber jedes Jahr dasselbe. Es war ein Bild von der Krippe, von Maria und Josef, die bei Jesus knieten. Hinter all den anderen T\u00fcrchen konnten Bilder von vielen Dingen sein: Bilder von einem Roller, einem bunten Ball, einer Puppenstube, einem Teddyb\u00e4r. Hinter dem 24. Fenster gab es nicht das Bild eines der vielen Geschenke, die man Kindern machen kann. Dort war das Bild des unbegreiflichen Geschenks, das Gott allen Menschen gemacht hat: das Bild seines Sohnes Jesus Christus in der Krippe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was steckt dahinter?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Wenn ein Kind ein Fensterchen des Adventskalenders aufmacht, tut es etwas, was wir Erwachsenen auch viel zu gerne tun m\u00f6chten. Das Kind will sehen, was dahinter ist. Wir m\u00fcssen herausbekommen, was hinter all dem steckt, was uns so allt\u00e4glich begegnet. Wir wollen dem Schicksal in die Karten gucken. Was treibt uns dazu? Ist das Neugierde? Ist es Forscherdrang? Ist es vielleicht sogar nichts weiter als nackte Lebens- und \u00dcberlebensangst? Zu gerne wollen wir die verdeckten Karten der Zukunft aufdecken. Was kommt da auf uns zu? Was ist unsere Zukunft?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei unserem Wohnk\u00fcchen-Adventskalender gab es ein strenges Gesetz. Es ist nie von uns Geschwistern \u00fcbertreten worden, die wir doch bei anderen Gelegenheiten ohne schlechtes Gewissen alle m\u00f6glichen Anweisungen \u00fcbertreten haben. Das Gesetz des Adventskalenders lautet: du darfst nie eine T\u00fcr zu fr\u00fch aufmachen. Geheimnisse haben ihre Zeit. Wenn einer sie vor der Zeit entschleiern will, tut er nicht gut daran. Wer nicht die Geduld hat, warten zu k\u00f6nnen, bis sich ein Geheimnis von selbst erschlie\u00dft, der zerbricht das Geheimnis. Wer nicht warten kann, bis ihm das Geschenk in die H\u00e4nde gelegt wird, der betrachtet die Welt als eine Art Selbstbedienungsladen f\u00fcr seinen Privategoismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis dieser fordernden Ungeduld ist nicht Freude, sondern am Ende nur \u00dcbers\u00e4ttigung und Lebensekel. Wer Geheimnisse nicht gelten lassen will, kennt keine Wunder. Man muss die Geduld haben, auf Geschenke warten zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Wohnung \u00fcber uns wohnte eine Familie mit drei Kindern. Die Kinder knautschten und moserten im Advent so lange herum, bis ihnen die Mutter ein Weihnachtsgeschenk nach dem anderen aus den Verstecken hervorholte und es den unleidlichen Ungeduldsgesch\u00f6pfen auslieferte. Von einem sch\u00f6nen Weihnachtsfest war dann allerdings in der Etage \u00fcber uns keine Rede mehr. Es gab keine Wunder zu bestaunen, es gab keine \u00dcberraschungen mehr, es gab keine Geheimnisse mehr zu enth\u00fcllen. Man hatte sich nichts mehr zu schenken, weil man sich schon vorher alles abgefordert hatte. Es war, als h\u00e4tten diese Kinder schon am ersten Tag des Advents ihren Adventskalender mit gierigen H\u00e4nden T\u00fcr um T\u00fcr aufgerissen. Sie konnten nicht warten und wollten sich nicht auf das Geheimnis einlassen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Liebe zwischen Menschen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist das nicht auch die Art, wie wir heute oft mit der Liebe zwischen Mensch und Mensch, zwischen Braut und Br\u00e4utigam und zwischen Mann und Frau umgehen? Nat\u00fcrlich haben Kinder das Recht, die Fenster des Adventskalenders zu \u00f6ffnen. Dazu sind sie ja da. Nat\u00fcrlich schenkt Gott uns das Recht, Fragen zu stellen nach dem, was hinter dem Vordergr\u00fcndigem liegt. Nat\u00fcrlich will er uns dazu ermuntern, zu forschen und vorzudringen in Unerforschtes, in Geheimnisvolles. Der Mensch kann nicht immer nur vom Oberfl\u00e4chlichen und vom Vordergr\u00fcndigen leben. Er muss erleben und suchen d\u00fcrfen, was hinter den Dingen steht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber man kann nicht mit dem Brecheisen das Geheimnis einer Rose ergr\u00fcnden. Ich darf nicht mit Gewalt dem Mitmenschen etwas aus den H\u00e4nden rei\u00dfen, das er mir als Geschenk bringen wollte. Der Mensch von heute kann erstaunlich vieles und leistet Gro\u00dfartiges. Dennoch tr\u00e4gt er ein Unbehagen in sich, nicht ein Unbehagen an den Dingen, sondern ein Unbehagen an sich selber. Mag sein, dass dieses Unbehagen mit dem Adventskalender zusammenh\u00e4ngt. Wenn wir nicht den Mut haben, Dinge wachsen zu lassen, dann bl\u00fchen sie uns auch nicht. Der Mensch muss sich auch einmal als Geschenk erleben d\u00fcrfen, nicht nur immer als Macher und Manager. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist sch\u00f6n, einem Kind zuzusehen, das die T\u00fcr zu einem Tag des Advents auf seinem Adventskalender \u00f6ffnet. Man k\u00f6nnte als Erwachsener neidisch werden, mit welcher Hingabe dort auf einem simplen Papierkalender mit manchmal recht m\u00e4\u00dfige Vierfarbendrucken von diesem Kind etwas entgegengenommen wir: n\u00e4mlich das Geschenk des neuen Tages auf Weihnachten zu. Alles Leben ist ein Geschenk. Das ahnt man bis ins Herz hinein, wenn man wei\u00df, dass an jenem ersten Weihnachtstag der Weltgeschichte der Vater uns seinen Sohn Jesus Christus geschenkt hat. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entt\u00e4uschung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen jetzt aber auch einmal von den Entt\u00e4uschungen dieses Adventskalenders reden. Hinter manchen verschlossenen T\u00fcren des Kalenders verbergen sich Bilder von Dingen, die uns dann doch nicht zuteil werden. Ein Kind \u00f6ffnet ein T\u00fcrchen des Adventskalenders und entdeckt einen wundersch\u00f6nen Ball, aber am Ende des Advents liegt dann kein Ball auf dem Gabentisch des Weihnachtsfestes. Alle T\u00fcren des Adventskalenders stehen offen, aber von den Bildern, die mir da verhei\u00dfen wurden, ist keins Wirklichkeit geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hat mich das buntbedruckte Blatt Papier mit den vierundzwanzig Fensterchen darin nicht entt\u00e4uscht? Ich erinnere mich, dass hinter einem der T\u00fcrchen eines Adventskalenders eine wundersch\u00f6ne Puppenstube zu sehen war. Die wollte ich haben. Aber unter dem Weihnachtsbaum fand ich nichts, was auch nur im entferntesten einer Puppenstube glich. Also machte ich aus dem Heiligen Abend eine \u00dcbungsstunde f\u00fcr Protestgeschrei und litt sehr unter gebrochenem Herzen wegen dieser gro\u00dfen Entt\u00e4uschung. Man sollte Verst\u00e4ndnis haben f\u00fcr diese Art von kindlicher Reaktion. Wir Erwachsenen machen es den Kindern vor. Wir lassen uns nicht beschenken, sondern wir fordern, dass das Schicksal uns die Dinge ins Haus bringt, die wir uns eingebildet haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stellen Gott vor die Alternative, uns entweder unsere W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen oder unsere totale Beleidigung in Kauf zu nehmen. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass es zu Weihnachten nicht um Sachen geht, die mir geschenkt werden. Die Dinge, die auf dem Gabentisch liegen, sind heute meist schon eine geh\u00f6rige Portion Geld wert. Aber sie sind wirklich nur das Vorletzte, beileibe nicht der letzte Sinn des Festes. Wer auf die Dinge wartet, die ihm zu Weihnachten geschenkt werden, wird Entt\u00e4uschungen erleben. Dinge erl\u00f6sen uns nicht, befreien uns nicht, erf\u00fcllen uns nicht. Wohl k\u00f6nnen die Dinge die Hinweise auf das eigentliche Geschenk sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als mein Vater meiner Mutter am Tage der Verlobung jenen bewussten schlichten goldenen Ring schenkte, da war meine Mutter nicht am Goldwert dieses Ringes interessiert, sondern an diesem jungen Mann namens Peter. Der Ring war nicht Beweis f\u00fcr das Bankkonto meines Vaters, sondern f\u00fcr seine Treue und Liebe. Das Geschenk des Br\u00e4utigams ist nicht der Ring, wie kostbar er immer sein mag. Das Geschenk des Br\u00e4utigams ist er selbst. Das Weihnachtsgeschenk Gottes an uns sind nicht die tausend Dinge, die auf allen Gabentischen unseres Landes liegen werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese Dinge sind Zeichen f\u00fcr die eigentliche Gabe des Weihnachtsfestes. Diese Gabe ist Gott selbst. Wenn eine junge Dame die T\u00fcr aufmacht und sie entdeckt vor der T\u00fcr den Fleurop-Blumenstrau\u00df ihres Verehrers, dann ist das sicher schon etwas. Wenn dieselbe Sch\u00f6nheit die T\u00fcr aufmacht und sieht vor sich ihren Br\u00e4utigam stehen, dann wird sie nicht mehr nach den Fleurop-Blumen fragen. Was ist aber dann, wenn eine T\u00fcr nicht aufgemacht wird? Ich erinnere mich an eine Stunde nach der Schule, als ich nach Hause ging. Der Weg f\u00fchrte an der Pfarrkirche vorbei. Die Mietswohnung, in der wir lebten, war eine Nachkriegswohnung vollgestopft mit vier Familien. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser direkter Zimmernachbar war einmal getauft worden. Er hatte aber jahrzehntelang keine Kirche mehr von innen gesehen. Auf meinem Heimweg von der Arbeit sah ich unseren Korridornachbarn vor unserer Kirche. Er ging erregt und unschl\u00fcssig auf dem B\u00fcrgersteig auf und ab, wandte sich zum gro\u00dfen Eisentor des Kirchengrundst\u00fcckes, ging aber nicht hindurch und drehte sich wieder von der Kirche weg. So ging das minutenlang. Etwas in dem Manne zog ihn zu dieser T\u00fcr, ein anderes dr\u00e4ngte ihn von der Kirchent\u00fcr weg. Ich habe diesem Hin- und Hergerissenen damals nicht geholfen. Ich h\u00e4tte ihm die T\u00fcr aufmachen k\u00f6nnen, denn er kannte mich ja. Es h\u00e4tte f\u00fcr diesen Mann ein Advent sein k\u00f6nnen. Aber die T\u00fcr blieb durch meine Schuld zu. So ging er mit h\u00e4ngenden Schultern davon.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">T\u00fcren \u00f6ffnen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00fctter zeigen ihren Kindern, wie man die T\u00fcrchen des Adventskalenders aufmacht. Warum tut sich ein Glaubender so schwer, einem Suchenden die T\u00fcr aufzumachen? Hinter dieser T\u00fcr war mehr als ein neugotischer Kirchraum mit moderner Einrichtung. Wenn ich diesem meinem Mitmenschen die Hand zur T\u00fcrklinke gef\u00fchrt h\u00e4tte, w\u00e4re das Tor der Kirche nicht verschlossen geblieben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2942\" data-permalink=\"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/weihnachtspredigt-von-obr-matthias\/dom-innen_056\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dom-innen_056.jpg?fit=640%2C450&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"640,450\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"dom-innen_056\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dom-innen_056.jpg?fit=640%2C450&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dom-innen_056.jpg?resize=353%2C247&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-2942\" width=\"353\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dom-innen_056.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dom-innen_056.jpg?resize=300%2C211&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dom-innen_056.jpg?resize=150%2C105&amp;ssl=1 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals war ich Sch\u00fcler, heute bin ich Lehrer und Diakon. Dass ich einem Menschen vor langen Jahren die T\u00fcr zum Advent nicht aufgemacht habe, wei\u00df ich heute noch mit schmerzender Deutlichkeit. Der einzige Trost in diesem Erinnern an ein Versagen liegt im Kirchenjahr. Jedes Jahr gibt es einen neuen Advent, jedes Jahr gibt es einen neuen Adventskalender. Jedes Jahr darf ich von Neuem beginnen, T\u00fcrchen zu \u00f6ffnen. Jedes Jahr darf ich meinen Weg auf das gro\u00dfe Weihnachtsgeheimnis zu gehen und darf anderen Menschen T\u00fcren zu diesem Geheimnis auftun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und selbst der billigste Adventskalender ist ein verborgener und stiller Hinweis auf das gro\u00dfe Wort aus der Offenbarung des Johannes: \u201eSo spricht der Herr, der Wahrhaftige, ich habe dir eine T\u00fcr ge\u00f6ffnet, die niemand mehr schlie\u00dfen kann.\u201c Versuchen wir mal eine Umschreibung des Wortes Advent, dann k\u00f6nnten wir es so sagen: Gott ist der, der hinter all dem Vordergr\u00fcndigen unseres Lebens auf uns zu kommt. Und wir machen es wie die Kinder am Adventskalender. Wir \u00f6ffnen die T\u00fcren unserer Tage, eine um die andere, und tasten uns von Bild zu Bild auf das gro\u00dfe Geheimnis hin, das sich am Ende aller Tage offenbaren wird. Sicher ist eins: Wer am Ende aller ge\u00f6ffneten T\u00fcren des Adventskalenders und des Lebens nur ein Ding, eine Sache erwartet, der wird entt\u00e4uscht sein. Wer am Ende aller ge\u00f6ffneten T\u00fcren des Adventskalenders und des Lebens ihn erwartet, nicht Es, keine Sache oder Formel, sondern den lebendigen Gott, der kann nie entt\u00e4uscht werden, auch wenn ab und zu hinter den T\u00fcren, die er aufgemacht hat, etwas anderes war, als er sich erwartet oder ertr\u00e4umt hatte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Advent ist dann das Offensein f\u00fcr die Liebe Gottes, die hinter allem steht, was mir begegnet, auch wenn das einzelne, das mir gegeben wird, nicht immer gleich als Geschenk dieser Liebe Gottes zu deuten ist. Fangen wir einfach an, unseren eigenen Adventskalender aufzumachen. Jeder Tag ist eine T\u00fcr. Jeder Tag birgt ein Bild von der Liebe Gottes zu uns. Aus jedem Tag tritt ein Hinweis auf den Gott entgegen, der sich total verschenkt, dass wir das Christkind am Ende des Advents in der Krippe finden k\u00f6nnen. Ich \u00f6ffne die T\u00fcr zum ersten Advent. Womit wird mich Gott \u00fcberraschen? Womit wird er mich betroffen machen? Welches Zeichen seiner Liebe wird mir aus diesem Tag entgegentreten? Und wie werde ich es ihm danken?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geschrieben von Diakon und Ordensbruder Matthias David<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Ordensbruder Matthias hat uns f\u00fcr den Abschluss der Vorweihnachtszeit und beginn der Weihnachtsfeierlichkeiten, seine Predigt zur Adventszeit zukommen lassen. Die Ordensregierung w\u00fcnscht allen Mitgliedern, Affiliierten, Freunden und F\u00f6rderern eine besinnliche Weihnachtszeit im Kreise der liebsten und einen guten Start in das neue Jahr 2019.<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/weihnachtspredigt-von-obr-matthias\/\"><span>Artikel lesen<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,37],"tags":[52,92,50,98],"class_list":["post-2934","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-georg","tag-berlin","tag-predigt","tag-st-georg","tag-weihnacht"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Weihnachtspredigt von Obr. 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