{"id":4427,"date":"2021-12-18T18:52:28","date_gmt":"2021-12-18T17:52:28","guid":{"rendered":"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/?p=4427"},"modified":"2021-12-18T19:00:03","modified_gmt":"2021-12-18T18:00:03","slug":"predigtgedanken-aus-unserer-advendsandacht-zum-4-adventssonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/predigtgedanken-aus-unserer-advendsandacht-zum-4-adventssonntag\/","title":{"rendered":"Predigtgedanken aus unserer Advendsandacht zum 4. Adventssonntag"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>GOTT STEHT AUF DER SEITE DER ERNIEDRIGTEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DAS BILD &#8222;MARIA UND ELISABETH&#8220; VON K\u00c4THE KOLLWITZ, GEMALT 1928<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die K\u00fcnstlerin K\u00e4the Kollwitz hat im Jahre 1928 die Begegnung der zwei schwangeren Frauen Maria und Elisabeth dargestellt. Dieses Bild hat mich in seiner Einfachheit angesprochen und ber\u00fchrt. Zu sehen sind, wie es f\u00fcr K\u00e4the Kollwitz \u00fcblich ist, zwei einfache Frauen, schlicht gekleidet, die einander zugeneigt sind. Ein schwangeres, junges M\u00e4dchen vertraut sich einer \u00e4lteren Frau an. Die \u00e4ltere Frau umarmt sie. Sie spricht der j\u00fcngeren etwas ins Ohr. Sch\u00fctzend, fast vorsichtig tastend, legt sie eine Hand auf ihren Bauch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria und Elisabeth. Was die beiden miteinander gesprochen, wor\u00fcber sie sich ausgetauscht haben, k\u00f6nnen wir nur vermuten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized is-style-default\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"4430\" data-permalink=\"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/predigtgedanken-aus-unserer-advendsandacht-zum-4-adventssonntag\/maria-und-elisabeth-heimsuchung\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/tempelherrenorden.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/051243295c7e6ef1ca91e.jpg?fit=876%2C768&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"876,768\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Stiftung Christliche Kunst Witte&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Holzschnitt von K\\u00e4the Kollwitz aus dem Jahr 1929.\\r\\nDargestellt sind zwei Frauen, eine \\u00e4ltere und eine j\\u00fcngere. Beide sind schwanger. 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Obwohl mit dem Priester Zacharias verheiratet. war sie in der antiken Gesellschaft als Unfruchtbare Dem\u00fctigungen ausgesetzt. Und nun, in ihrem hohen Alter, wird sie schwanger. Sicherlich wird sie \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit ihrer Schwangerschaft nachgedacht haben, \u00fcber das Gerede der Leute. Vielleicht hatte sie auch Angst, dass sie ihr Kind nicht mehr lange genug begleiten k\u00f6nne. Eine Problemschwanger-schaft, w\u00fcrde man heute sagen. Erst nach und nach in diesen 5 Monaten, in denen sie zur\u00fcckgezogen lebte, wird sie sich wohl mit ihrer Schwangerschaft vertraut gemacht haben. Denn tief in ihrem Inneren f\u00fchlte sie sich von Gott angeschaut und getragen. &#8222;Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gn\u00e4dig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war&#8220; (Lk 1,125). Es ist zu sp\u00fcren, dass sie sich trotz der Erniedrigungen, denen sie tagt\u00e4glich ausgesetzt war, ihre W\u00fcrde bewahrt und gelebt hat, wie es in den Augen Gottes gerecht ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>MARIA<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria wird beschrieben als junge Frau, die unehelich schwanger geworden ist. In dieser ihrer Unsicherheit sucht sie den Schutz, die Unterst\u00fctzung, Ermutigung und die Lebenserfahrung der alten Elisabeth. Denn tief in ihrem Innersten traut sie der Zusage des Engels und lebt mit der Gewissheit: Gott ist mit mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von sich selbst sagt sie, sie sei eine Sklavin Gottes und damit ist ausgedr\u00fcckt, dass sie um die Konsequenzen wei\u00df, die ihr <strong>Ja<\/strong> bei der Begegnung mit dem Engel nach sich zieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So macht sie sich auf den Weg durch das jud\u00e4ische Bergland zu ihrer Verwandten. Der Weg betr\u00e4gt, glaubt man den Exegeten, drei bis vier Tage und f\u00fchrt durch nicht ungef\u00e4hrliches Gebiet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer schon einmal in Israel war und die schroffen, kahlen H\u00fcgel vor Augen hat, der wei\u00df, dass es sich nicht um einen Spaziergang handelt, den Maria da auf sich genommen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>DIE BEGEGNUNG<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Elisabeth und Maria begegnen einander in einer Zeit, die f\u00fcr beide kritisch ist. Die eine ist in den letzten 3 Monaten, die andere in den ersten drei Monaten ihrer Schwangerschaft. Maria und Elisabeth teilen mit anderen j\u00fcdischen Frauen damals die Erfahrung der Erniedrigung, die Erfahrung von Hunger und Armut. Gemeinsam mit dem ganzen Volk sehnen sie sich nach Befreiung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Maria bei Elisabeth ankommt, begegnen einander zwei Frauen, die beide auf wundersame Weise mit Gott in Kontakt gekommen sind. Die &#8222;Alte&#8220; erkennt in der R\u00fcckschau die Verhei\u00dfung &#8222;Gott ist gn\u00e4dig&#8220;. Die junge Maria beginnt ihr Frau-Sein mit der Zusage und der Gewissheit: Gott ist mit mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihrer beider Begegnung bleibt nicht nur auf sprachlicher Ebene, sondern ergreift ihr ganzes Sein, ausgel\u00f6st durch die Begegnung der beiden besonderen ungeborenen Kinder Johannes und Jesus. Elisabeth erkennt am H\u00fcpfen des Kindes in ihrem Leib als Erste, dass im Bauch der jungen Maria der Messias heranreift und damit das Reich Gottes seinen Anfang nimmt. &#8222;Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?&#8220; In prophetischer Manier proklamiert Elisabeth die Einzigartigkeit Marias: &#8222;Gepriesen bist du unter den Frauen &#8230; Und selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erf\u00fcllt, was der Herr ihr sagen lie\u00df.&#8220; Elisabeth weist damit auf Maria und \u00fcber sie auf Jesus hin, so wie auch Johannes sp\u00e4ter auf Jesus hinweisen wird &#8211; auf ihn zielt alles ab: die Freude, das H\u00fcpfen, das Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>RANDGRUPPEN, F\u00dcR DIE GOTTES HERZ SCHL\u00c4GT<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lukas erz\u00e4hlt uns hier die Geschichte zweier vorerst unbedeutender Frauen aus denen Gro\u00dfes erw\u00e4chst, gipfelnd im anschlie\u00dfenden Lobpreis der Maria auf einen Gott, der sich den Kleinen zuwendet und Vorausblick auf das Programm des Evangeliums und dessen Verk\u00fcndigung des Jesus von Nazareth als Retter, der echte Begegnung m\u00f6glich macht. Wenn Gott im Kommen ist, dann gibt es einen Aufbruch aus der Ver\u00e4ngstigung und Dem\u00fctigung. Die Beiseitegeschobenen, die Erniedrigten erfahren ihr Recht. Nicht die Menschen mit Ansehen und Verm\u00f6gen kommen in den Blick. Es sind die Randgruppen, f\u00fcr die Gottes Herz schl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit bin ich wieder beim Bild der zwei einfachen Frauen. Gott handelt und steht auf der Seite derer, die erniedrigt werden, die hungern, die keinen Zugang zu Macht haben, den \u201efalschen\u201c Impfstatus besitzen. Gott w\u00e4hlt den kleinen Menschen f\u00fcr seine gro\u00dfe Geschichte. Wer zustimmt und seinen Teil \u00fcbernimmt, schreibt die Heilsgeschichte weiter und geh\u00f6rt zu den Seliggepriesenen, die glauben, dass sich erf\u00fcllt, was Gott ihnen sagen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ordenskaplan Matthias David<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GOTT STEHT AUF DER SEITE DER ERNIEDRIGTEN DAS BILD &#8222;MARIA UND ELISABETH&#8220; VON K\u00c4THE KOLLWITZ, GEMALT 1928 Die K\u00fcnstlerin K\u00e4the Kollwitz hat im Jahre 1928 die Begegnung der zwei schwangeren Frauen Maria und Elisabeth dargestellt. Dieses Bild hat mich in seiner Einfachheit angesprochen und ber\u00fchrt. 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