{"id":5372,"date":"2026-07-11T21:27:58","date_gmt":"2026-07-11T19:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/?p=5372"},"modified":"2026-07-11T21:27:59","modified_gmt":"2026-07-11T19:27:59","slug":"wer-ohren-hat-der-hoere-oder-die-kunst-des-bibellesens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tempelherrenorden.de\/cms\/wer-ohren-hat-der-hoere-oder-die-kunst-des-bibellesens\/","title":{"rendered":"\u00bbWER OHREN HAT, DER H\u00d6RE!\u00ab ODER DIE KUNST DES BIBELLESENS"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Predigtgedanken zum 15. Sonntag im Jahreskreis \/ 6. Sonntag nach Trinitatis: Mt 13:1-23, Jes 55:10-11, R\u00f6m 8:18-23 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gleichnis vom S\u00e4mann erz\u00e4hlt, dass das Wort Gottes nicht immer auf fruchtbaren Boden f\u00e4llt. Es geht der Frage nach, warum es nicht immer aufgeht und Frucht bringt. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind oft auch bei uns selbst zu suchen. Es zeigt aber auch, wie es reichlich Frucht bringen kann, auch heute.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>\u00bbWORT DES LEBENDIGEN GOTTES?\u00ab<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Predigten haben einen zwiesp\u00e4ltigen Ruf. Die einen betonen, wie wichtig ihnen eine gute Predigt ist, dass es f\u00fcr sie geistliche Nahrung ist, wenn sie sich von der Predigt etwas mitnehmen k\u00f6nnen. Anderen wiederum kann die Predigt nicht kurz genug sein. Sie erleben sie als Pflicht- oder Bu\u00df\u00fcbung, die sie \u00fcber sich ergehen lassen m\u00fcssen. Manch einer w\u00fcrde gerne darauf verzichten. Und auch f\u00fcr den Prediger ist es nicht einfach, das Ohr oder gar das Herz seiner Zuh\u00f6rer zu erreichen. Auch er w\u00fcrde es sich manchmal lieber einfacher machen.<br \/><br \/>Das Evangelium vom S\u00e4mann beschreibt, wie wichtig es ist, sich auf das Wort Gottes zu besinnen. Dieses ist seit jeher eine wichtige Lebensgrundlage. Es weist die Richtung, in die wir gehen sollten. Zugleich ist es Brot, das als Nahrung dient und Kraft gibt. Jesus ist wichtig, dass die Frohe Botschaft vom Reich Gottes reichlich ausgebracht wird. Er vertraut darauf, dass gen\u00fcgend Saatgut auf fruchtbaren Boden f\u00e4llt und reichen Ertrag bringt. Wie der Prophet Jesaja in der Lesung redet er in der Gewissheit, dass das Wort Gottes wirkt und Frucht bringt. Es tr\u00e4gt Frucht, weil es von Gott kommt. Jesus appelliert an seine Zuh\u00f6rer: <em>Wer Ohren hat, der h\u00f6re!&nbsp; <\/em>Sie sollen sich f\u00fcr das Wort Gottes \u00f6ffnen und ihm genug Boden geben, damit es sich in ihnen entfalten kann.<br \/><br \/>Das Gleichnis zeigt aber auch, dass ein echte Hinh\u00f6ren gar nicht so leicht ist. Vieles geht bei einem Ohr hinein und beim anderen wieder hinaus. Man h\u00f6rt etwas, ohne den tieferen Sinn zu verstehen. Das Wort Gottes wirkt und entfaltet sich erst in der Tiefe. Es braucht gen\u00fcgend fruchtbares Erdreich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>DIE M\u00dcHEN DES BIBELLESENS<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das S\u00e4mann-Gleichnis ist ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr den Umgang mit dem Wort Gottes. Nicht selten f\u00e4llt dieses auf einen Boden, auf dem es sich nicht wirklich entfalten kann.<br \/><br \/>Manche verwenden die Bibeltexte, wie man in vergangenen Jahrhunderte mit verfallenen Bauwerken umgegangen ist. Man hat diese als Fundort f\u00fcr billiges Baumaterial benutzt. Einzelne S\u00e4tze und Begebenheiten lassen sich bequem aus den Heiligen Schriften herausholen und f\u00fcr die St\u00fctzung eigener Theorien verwenden. Werden sie beliebig, und aus dem Zusammenhang gerissen, erkennt man ihre urspr\u00fcngliche Bedeutung nicht mehr. Viele Theologen haben dieses Vorgehen meisterhaft beherrscht und damit der guten Sache mehr geschadet als gedient.<br \/><br \/>Wieder andere trauen den biblischen Texten f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Zeit keine Bedeutung mehr zu. &#8222;Was interessiert uns, was der alte Abraham getan hat und die Israeliten in der W\u00fcste erlebt haben&#8220;, bekomme ich nicht selten zu h\u00f6ren. Welchen Sinn hat es, tausend Jahre alte Texte in den Gottesdiensten zu lesen? Um sie zu verstehen und ihre Bedeutung f\u00fcr die Gegenwart zu erkennen, muss man sich in die Zeit ihrer Entstehung versetzen und versuchen nachzuempfinden, was sie den Menschen damals bedeutet haben. Ihre Tiefenaussagen haben meist auch Bedeutung f\u00fcr die Gegenwart. Sie beinhalten allgemeinmenschliche und religi\u00f6se Erfahrungen. Diese erahnt man nur, wenn man sich auf diese Erz\u00e4hlungen einl\u00e4sst. Dass sie als \u00bbWort Gottes\u00ab von Generation zu Generation weitergegeben werden, sollte uns neugierig darauf machen.<br \/><br \/>Eine gro\u00dfe H\u00fcrde ist auch, dass viele meinen, man brauche umfassende wissenschaftliche Vorkenntnisse, um die alten Texte richtig deuten zu k\u00f6nnen. Sie trauen sich ein eigenst\u00e4ndiges Bibellesen nicht zu. So hilfreich die wissenschaftliche Besch\u00e4ftigung mit den biblischen Schriften auch ist, sie ist nicht notwendige Voraussetzung f\u00fcr jedermann. Denn urspr\u00fcnglich wurden diese Texte von einfachen Menschen geschrieben, weitererz\u00e4hlt und in ihrer Tiefenbedeutung noch vor jeder Wissenschaft auch verstanden. Die Wissenschaften sind jedoch gut und notwendig, um einseitigen Auslegungen zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>GEMEINSAM BIBEL LESEN<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahrzehnten haben Christen in L\u00e4ndern, die nicht so gut mit Fachtheologen versorgt sind wie Europa und Nordamerika, entdeckt, wie fruchtbar es sein kann, in kleinen \u00fcberschaubaren Kreisen die Bibel gemeinsam zu lesen, miteinander dar\u00fcber nachzudenken, sich dar\u00fcber auszutauschen und sich so f\u00fcr das eigene Leben inspirieren zu lassen. Auf diese Weise haben sie erfahren, dass diese uralten Schriften, wenn man sie als Wort Gottes annimmt und tief genug in sich hineinl\u00e4sst, reiche Frucht bringen: drei\u00dfigfach, sechzigfach, hundertfach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seneschall Matthias David<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtgedanken zum 15. Sonntag im Jahreskreis \/ 6. 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Sonntag im Jahreskreis \/ 6. Sonntag nach Trinitatis: Mt 13:1-23, Jes 55:10-11, R\u00f6m 8:18-23 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Gleichnis vom S\u00e4mann erz\u00e4hlt, dass das Wort Gottes nicht immer auf fruchtbaren Boden f\u00e4llt. Es geht der Frage nach, warum es nicht immer aufgeht und Frucht bringt. 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