WENN DAS REICH GOTTES NAHE IST

(zum 10. Sonntag im Jahreskreis Mk 3,20 – 35)

ZOFF IN DER HEILIGEN FAMILIE

Hör’ ich recht? Das hört sich nach Streit an – Streit in der Familie Jesu. Der Evangelist erzählt tatsächlich, dass die Angehörigen Jesus zurückholen wollen. Begründung: Er sei von Sinnen. Ihre Einschätzung deckt sich sogar mit der offiziellen der Schriftgelehrten: Jesus sei von Beelzebub besessen. Immerhin: von dem Obersten der Dämonen. Die einen sagten, was sie dachten, die anderen hatten schon ein fachmännisches Urteil parat. Dabei ist Jesus noch ganz am Anfang seines Weges. Aber ein unbeschriebenes Blatt ist er längst nicht mehr. Und wenn ich dann höre, dass Jesus seine Mutter und seine Brüder schroff abweist, gar fremde Leute zu Mutter und Brüder erklärt – ich bin irritiert, fassungslos, überrascht. Ich sehe schon die Überschrift in der Zeitung morgen, die ich nicht nennen darf: Zoff in der Heiligen Familie.

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Pfingstgrüße der Komturei Johanna-von-Orléans

Der Nachtigall Pfingstgesang

Zu Pfingsten sang die Nachtigall nachdem sie Tau getrunken;  die Rose hob beim hellen Schall das Haupt, das ihr gesunken.
O kommt ihr alle trinkt und speist, Ihr Frühlingsfestgenossen, weil übers ird’sche Mal der Geist des Herrn ist ausgegossen.
Die Himmelsjünger groß und klein sind von der Kraft durchdrungen, man hört sie reden insgemein zu wunderbaren Zungen.
Und da ist kein Zung’ am Baum. Kein Blatt ist da so kleines, es redet auch mit drein im Traum als sei’s voll süßen Weines.
Oh, ihr Apostel gehet aus, und predigt allen Landen mit Säuselluft und Sturmesbraus von dem, der ist erstanden! Legt aus sein Evangelium, auf Frühlingsau’n geschrieben, daß er uns lieben will darum, wenn wir einander lieben.
Wer liebend sich ans nächste hält, und will nur das gewinnen, umfaßt darin die ganze Welt, und Gott ist mittendrinnen!

von Friedrich Rückert
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Der Nachtigall Pfingstgesang

Zu Pfingsten sang die Nachtigall nachdem sie Tau getrunken;  die Rose hob beim hellen Schall das Haupt, das ihr gesunken.
O kommt ihr alle trinkt und speist, Ihr Frühlingsfestgenossen, weil übers ird’sche Mal der Geist des Herrn ist ausgegossen.
Die Himmelsjünger groß und klein sind von der Kraft durchdrungen, man hört sie reden insgemein zu wunderbaren Zungen.
Und da ist kein Zung’ am Baum. Kein Blatt ist da so kleines, es redet auch mit drein im Traum als sei’s voll süßen Weines.
Oh, ihr Apostel gehet aus, und predigt allen Landen mit Säuselluft und Sturmesbraus von dem, der ist erstanden! Legt aus sein Evangelium, auf Frühlingsau’n geschrieben, daß er uns lieben will darum, wenn wir einander lieben.
Wer liebend sich ans nächste hält, und will nur das gewinnen, umfaßt darin die ganze Welt, und Gott ist mittendrinnen!

von Friedrich Rückert
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