DES BLINDEN BETTLERS HEILIGUNG

(zum 30. Sonntag im Jahreskreis Mk 10:17 – 30)

BLIND, AM RAND…

Da sitzt einer, blind, am Rand, im Trubel, lässt sich nicht zum Schweigen bringen, schreit noch lauter, bis er schließlich erhört wird. Er steht auf, wirft den Mantel weg, läuft zu dem, von dem er Hilfe erhofft. Und dann wird er gefragt nach dem, was er will. Er spricht es aus, und dann ist alles anders. Vom Blinden zum Sehenden und von nun an ein Nachfolger von Jesus.

Eine vielschichtige Erzählung, das Bild des Blindseins, die Anrede des Bartimäus, der Jesus als Sohn Davids anspricht, sein Glaube, der letztendlich zählt. Ich aber möchte mir die Freiheit nehmen, heute vorwiegend Bartimäus zu betrachten. Was tut einer, der Hilfe braucht? Wie geht es dem? Wie schafft er es, dass es besser wird. Ich erlaube mir heute, die Geschichte zu lesen als ein Beispiel, wie Hilfe gelingen kann. Wie im Brennglas wird hier nämlich gezeigt, was es braucht, damit einer dem anderen helfen kann.

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EWIGES LEBEN SCHENKEN LASSEN

(zum 28. Sonntag im Jahreskreis, Mk 10:17 – 30)

LEBENSFRAGE

Geld, so sagen die Leute, verdirbt den Charakter. Dass Geld auch die Nachfolge Jesu verdirbt, wer hätte das gedacht, ohne die Geschichte dieses Mannes zu kennen? Irritiert, wenn nicht gar entsetzt, bin ich schon. Tugendsam, folgsam, fromm ersteht er vor unseren Augen. “Alle diese Gebote habe ich von Jugend auf befolgt” – sagt er. Und nennt Jesus: Meister. Sogar guter Meister! Eigentlich gehört ihm, landläufig betrachtet, das ewige Leben längst. Warum fragt er überhaupt danach, was er tun muss, um das ewige Leben zu gewinnen? Hat er das Gefühl, ihm fehle etwas? Ist es immer noch nicht genug, ist er immer noch nicht gut genug? Mir wird angst und bange.

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Erntedankfest 2021

Erntedankfest

Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,

der tut mit leisem Wehen sich mild und herrlich auf

und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein

und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein

und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot

es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.

Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,

der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer.

Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst

von ihm das schöne Frühlingswetter…

Erntedanklied Matthias Claudius
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DIE HERRLICHE FREIHEIT DER KINDER GOTTES

(26. Sonntag im Jahreskreis, Mk 9, 38-48)

DAS GEHT ZU WEIT

Das geht zu weit, dass so ein Typ Dämonen austreibt, und dann auch noch in Jesu Namen. Die Jünger sind entsetzt – oder vielleicht nur aufgeregt? Womöglich besorgt?

Entsetzt könnten sie sein, weil ein Fremder sich mit einem fremden Namen schmückt und Jesus in die Quere kommt. Sozusagen in ihrem Teich fischt. Da wollen sie lieber unter sich bleiben. Es ist doch ihr Jesus.

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CHRISTUS ÖFFNET DIE AUGEN FÜR DIE WIRKLICHKEIT DES LEBENS

24. Sonntag im Jahreskreis, Mk 8,27-35

WERBUNG ALLGEGENWÄRTIG

Ob man die Zeitung aufschlägt, ob man das Fernsehen einschaltet, etwas ist allgegenwärtig: Die Werbung!
Man sieht etwa einen vornehm gekleideten Golfspieler den Ball schlagen, dann wird der neueste Wagen von Mitsubishi eingeblendet. Wer also dieses Auto kauft, gehört zu den vornehmen Leuten, soll das heißen. Oder es wird einem mitgeteilt, dass man nun das beste Persil aller Zeiten kaufen kann. Die Parteien werben und versprechen in ihren Wahlprogrammen Wohlstand, Sicherheit und Arbeitsplätze für alle. Schließlich kommt die Pharmaindustrie und empfiehlt die Kraft des doppelten Herzens, also langes, langes Leben. Und überall Heiterkeit und Fröhlichkeit.

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MIT AUFRICHTIGEM HERZEN

(zum 22. Sonntag im Jahreskreis/Mk 7:1-8.14-15.21-23)

“ALS OB”

Manchmal tun wir “als ob”. Das Kind gibt vor, sich gewaschen zu haben – und hat doch kaum 3 Tropfen ins Gesicht gebracht. Jemand hat ein Geschenk gemacht – und es sieht so aus, als ob es absichtslose Liebe sei zum Freund – doch wehe, wenn nicht ein Gegengeschenk kommt und das entsprechende Lob für die Gabe gesungen wird. . .

Um das “als ob” geht es im Evangelium. Als ob man mit Waschungen, mit Spülen von Kesseln, Krügen und Bechern rein und fromm würde? Als ob der Kontakt auf dem Markt mit Nicht-Juden, den Heiden also, und mit Waren und Speisen, die von unreinen Tieren kamen, aus der Gemeinschaft mit Gott ausschließe? Als ob der Kontakt mit Aussätzigen, mit Toten mich von der Religion ausgrenze? Und als ob – falls man doch mit Unreinem sich befleckt hatte – man dies mit äußerlichen Waschungen wieder loskriegen könne?

Jesus spricht von Menschensatzung. Er betont, dass es auf das Herz ankommt, das muss aufrichtig sein, aus Liebe handeln. Jesus greift die Worte vom Propheten Jesaja auf: “Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit weg von mir!” Jesus fordert die Reinheit unseres Herzen. Innen und Außen sollen zusammenstimmen. Nicht Außen hui – und Innen pfui! – Wie geht das? Schaffen wir das?

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DAS KREUZ UND WAS WIR DARAUS MACHEN

(TH – 01.VII.21 / HAN – 14.VIII.21)

DAS KREUZ – EINE ZUMUTUNG

Vor wenigen Tagen erzählte mir eine Frau, dass ihr Sohn – er ist im Kindergartenalter – ein beängstigendes Interesse für Darstellungen Jesu am Kreuz entwickelt habe. Wann immer er ein Kreuz sieht, will er wissen, wer das sei und warum man das mit ihm gemacht habe usw. Ihr als Mutter stellten sich von da her viele Fragen: Wie kann sie damit umgehen? Wie kann sie ihrem Kind ausreichend antworten? Sollte man solche Darstellungen in der Öffentlichkeit nicht verbieten, wenn sie so nachhaltige Wirkung auf Kinder haben?

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EINE SPEISE, DIE NICHT VERDIRBT

(zum 18. Sonntag im Jahreskreis)

DAS HEMD EINES ZUFRIEDENEN

Ein italienisches Märchen erzählt: Ein König hatte einen Sohn, der stets unzufrieden auf dem Balkon saß und sich langweilte. Er wusste selbst nicht, was ihm fehlte. Die Weisen rieten: “Majestät, sucht einen ganz zufriedenen Menschen und vertauscht sein Hemd mit dem Eures Sohnes!” Alle Beamten wurden ausgesandt, einen solchen zu entdecken – vergebens! Da stößt der König bei der Jagd auf einen fröhlich singenden Arbeiter im Weinberg. Er gesteht: “Ich bin restlos zufrieden, möchte weder mit Papst noch König tauschen.” Der König bittet: “Mein Sohn ist sterbenskrank. Er braucht als Medizin das Hemd eines Zufriedenen. Ich werde dir jeden Preis zahlen.” – “Majestät, da kann ich nicht dienen – ich habe kein Hemd.“

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