IN DIESER WELT, ABER NICHT VON DIESER WELT

(Predigtgedanken zum 29. So.i.Jkr. / 18. So. n. Tr.; Mt 22:15-21, Jes 45:1, 4-6; 1 Thess 1:1-5b)

JERUSALEM UND BABYLON

Von dem tiefgründigen, jedoch vielfach unbekannten Schriftsteller Reinhold Schneider, einer Säule der katholischen Geisteswelt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, stammt ein interessantes Wort, mit dem er die Existenz heiliger Frauen zu beschreiben suchte. Dieses Wort mag wohl aber nicht nur für heilige Frauen, sondern genauso für heilige Männer gelten, für alle leuchtenden Vorbilder unseres Glauben wie zuletzt für uns Christen insgesamt, weil wir alle zur Heiligkeit berufen wurden und durch Gott in seinen Sakramenten bereits geheiligt sind.

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AUS DER GESCHICHTE LERNEN

(Predigtgedanken zum 27. So. i. Jkr. / 18. So. n. Trin.; Mt 21:33-44; Jes 5:1-7;  Phil 4:6-9)

                                                                                    “LERNEN SIE GESCHICHTE!”

“Lernen Sie Geschichte!” belehrte einst der legendäre österreichische Bundeskanzler Kreisky einen Journalisten. Dieser Ausspruch ist seitdem zu einem geflügelten Wort geworden. Es bleibt jedoch die grundsätzliche Frage, ob die Menschen fähig und bereit sind, aus den Erfahrungen der Geschichte zu lernen.

In der Schule haben wir uns viel mit Geschichte befasst, sogar mit Zeitgeschichte.

Wir haben viele Geschichten gehört, Fakten und Jahreszahlen gebüffelt. Ich hatte auch Geschichtslehrer, die sich bemüht haben, uns tiefere Zusammenhänge geschichtlicher Entwicklungen zu erschließen. Trotz positiver persönlicher Erfahrungen und trotz allem Bildungseifer, den ich in vielen Bereichen wahrnehme, bleibe ich skeptisch, ob eine Gesellschaft auf längere Sicht fähig ist, aus der Geschichte zu lernen und die Fehler der  Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Es ist wie mit dem Kind, das erst, wenn es sich selbst die Finger verbrannt hat, den heißen Ofen meidet.

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EINE ANDERE GERECHTIGKEIT

(Predigtgedanken zum 25. So. i. Jkr. / 16. So. n. Tr., Mt 20:1-16a, Jes 55:6-9, Phil 1:20ad-24.27a)

WENN UNSER GERECHTIGKEITSGEFÜHL ZWEIFELT

Ich möchte heute zwei Zugänge zum Tagesevangelium öffnen.
Es ist ja ein Text, bei dem so manchem von uns eine große Skepsis hochkommt.
Unser Gerechtigkeitsgefühl, sofern sensibilisiert, meldet Widerspruch oder Zweifel an.

Von Rabbi Abun, er lebte im 4. Jahrhundert vor Christus, wird eine Geschichte überliefert, die eine gewisse Ähnlichkeit mit jenem Gleichnis hat, das der Evangelist uns heute vorstellt.

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