UMSONST HABT IHR EMPFANGEN, UMSONST SOLLT IHR GEBEN

(Predigtgedanken zum 11. So. i. Jkr. / 2. So. n. Trinitatis – Mt 9:36 – 10:8 /        Ex 19:2 – 6a / Röm 5:6 – 11)

                                                                           DER WERT EINER PREDIGT?

Wie errechnet man den Wert einer Predigt? Knapp Zwanzig Jahre – solange bin ich schon im “Geschäft” – wusste ich keine Antwort auf diese Frage. Doch seit gestern weiß ich es: Indem man vom episkopalen Honoraransatz für eine “Gottesdienstaushilfe mit Predigt” den Ansatz für eine “Gottesdienstaushilfe ohne Predigt” abzieht… Was bei dieser Rechnung herauskommt, möchte ich hier nicht breittreten. Vielleicht spiegelt sich im Ergebnis auch die resignative Erfahrung mancher Mitchristen wider: “Es ist ohnehin alles umsonst!”. Zum Glück halten sich nicht alle Geistlichen an die episkopalen Vorgaben, bzw. “honorieren” manche, die unsere “Leistungen” schätzen, unseren Dienst auf anderem Wege.

Als ich mein Rechenbeispiel in unserer Priesterrunde  bei Tisch zum Besten gab, hielt mir ein Mitbruder – nicht ganz ernst gemeint – entgegen: “Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben”.

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GOTT HAT EIN GESICHT

(Predigtgedanken zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit / Trinitatis: Joh 3:16-18; Ex 34:4b.5-6.8-9; 2 Kor 13:11-13))

                                                                                           GOTT DER PHILOSOPHEN

Kürzlich kam ich im Gespräch mit einem jungen Mann auf Gott zu sprechen, ob er an Gott glaube. Seine Antwort: “Ich glaube an ein höheres Wesen.”

Das ist der Gott der Philosophen. Zwei Jahrtausende müht sich menschliche Weisheit zu enträtseln, was Gott ist, von Plato und Aristoteles über Augustinus bis Thomas von Aquin und die Denker unserer Tage. Und sie kommen mit ihren geistigen Anstrengungen nicht viel weiter als zu einem “höheren Wesen”, einem “Daseinsgrund”, einem abstrakten, unverbindlichen “Es”, das in meinem Leben keine Rolle spielt.

Das ist wenig, zu wenig. Gott ist mehr als nur jene Naturkraft, die den Mechanismus der Welt in Gang hält. Mehr als ein totes Gesetz, das die Sterne auf ihren Bahnen bewegt und den Kreislauf der Jahreszeiten in Schwung hält. Mehr als ein Stück dieser Welt, etwas, was sich in diese Welt einsperren ließe. Gott ist mehr als der Philosophengott, als eine Abstraktion, als ein Es.

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AUSSPÄHEN NACH DEN LETZTEN GEHEIMNISSEN

(Predigtgedanken zum 7. Sonntag in der Osterzeit / Exaudi, Joh 17:1-11a;                   Apg 1:12-14; 1 Petr 4:13-16)                                                                                      

INTIME ZWIESPRACHE

Das Evangelium, das wir gehört haben, führt uns in eine alte Geschichte – und nimmt uns mit in die Leidensgeschichte Jesu. Im Garten Gethsemane – die Jünger können die Augen nicht mehr aufhalten – ringt Jesus um seinen Weg, er ringt mit Gott. Er betet: Vater, wenn es dein Wille ist, so lass diesen Kelch an mir vorübergehen – Am Ende wird er ihn bis zur Neige leeren, Gott seine Verlassenheit klagen und am Kreuz sterben.

Johannes lässt uns heute, am letzten Sonntag der Osterzeit, in ein Gebet Jesu hineinhorchen. Wie Vertraute werden wir zu Zeugen einer intimen Zwiesprache zwischen Jesus und seinem Vater. Dabei können wir auch sein Leiden in einem neuen Licht sehen – im Licht von Ostern. Dabei fällt viel Licht auf uns, auf unser Leben.

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