Herzlich Willkommen
auf der Website des Deutschen Tempelherren-Orden!
Der Deutsche Tempelherren-Orden ist die älteste noch existierende Neugründung des Templerordens in Deutschland und ein der christlichen Ökumene verpflichteter, bundesweiter Ritterorden.
NON NOBIS, DOMINE, NON NOBIS,
SED NOMINI TUO DA GLORIAM
Nicht uns, Herr, nicht uns,
sondern Deinem Namen gib Ehre!
WER IST JESUS?
(Predigtgedanken zum 21. So. i. Jkr. / 12. So. n. Tr., Mt 16:13-20, Jes 22:15-23, Röm 11:30-36)
“FÜR WEN HALTEN MICH DIE LEUTE?”
Als Jesus einmal in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: “Für wen halten mich die Leute?” Und die Jünger sagten ihm, wie die Menschen ihn einschätzen. Einige meinten, er sei Johannes der Täufer, andere hielten ihn für Elia oder einen der alten Propheten, der auferstanden ist. Dann fragt Jesus seine Jünger: “Ihr aber, für wen haltet ihr mich?” Petrus, der auch diesmal wieder als Wortführer der Apostel auftritt, entgegnet ihm: “Für den Messias Gottes”. In der Fassung des Matthäusevangeliums antwortet er: “Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes”(Mt 16,16).
Die Antwort, die Petrus damals gegeben hat, konnte er nicht aus sich selbst gefunden haben.
Deshalb sagt Jesus zu ihm: “Selig bist du, Simon, Barjona, denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel” (Mt 16, 17). Im Glauben erkennt Petrus, dass in Jesus Gott auf eine einzigartige Weise gegenwärtig und wirksam ist.
WER IST JESUS?
Die Frage Jesu: “Für wen haltet ihr mich?” kann ich auch an mich gerichtet wissen.
Was bedeutet mir Jesus auf meinem Weg zu Gott?
Jesus war gekommen, das Reich Gottes herbeizuführen.
Wie bei keiner anderen Gestalt des Altertums sind in den letzten zweihundert Jahren die schriftlichen Überlieferungen historisch so genau untersucht worden, wie das bei Jesus der Fall war. Viele Einzelheiten seiner Verkündigung und seines Handelns haben dadurch an Konturen gewonnen. Dabei hat sich erwiesen, dass es nicht in der Absicht der Evangelien lag, eine Jesus-Biographie zu erstellen. Die Evangelien vermitteln keine bruchlos ineinander gefügte Lebensgeschichte Jesu.
Eben so wenig sind sie Wortprotokolle. Dennoch entdecken wir in den vier Evangelien Gemeinsamkeiten. Sie betreffen zunächst einmal den Lebensweg Jesu.
Jesus war gekommen, das Reich Gottes zu verkünden und in dieser Welt aufzurichten. So steht es programmatisch im 1. Kapitel des Markusevangeliums:
“Er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt dem Evangelium!” (Mk 1,14.f.). Jesus wusste sich gesandt, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens aufzurichten und das Evangelium, die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes, den er seinen Vater nennt, den Menschen zu verkünden. Viele, die ihm gefolgt waren, wandten sich von ihm ab. Er erlebte Widerstand seitens der geistlichen Führer Israels, die bald zu seinen erbittertsten Gegnern wurden. Zu Beginn seines Wirkens ahnte aber Jesus noch nicht, dass sein Leben auf einen gewaltsamen Tod hinauslief. Nach und nach erkannte er, dass ein verhängnisvolles Ende seines Lebens unvermeidbar war. Es war indes nicht der Wille Gottes war, seinen Sohn in den Tod zu geben. Vielmehr war es sein Wille, dass Jesus seinem Auftrag treu bleiben solle, auch wenn es den Tod für ihn bedeuten würde. Die Evangelien schildern sehr eindrücklich den Leidens- und Todesweg Jesu. Nachdem er vorher einen schweren inneren Kampf zu durchleiden hatte, ist er diesen Weg scheinbaren Scheiterns bis zum Ende gegangen. Angemerkt sei noch, dass die Passionsgeschichte der älteste Bestandteil der Evangelientradition ist, als erste bei Markus niedergeschrieben. Dies ist in den Grundzügen das, was vom vorösterlichen Jesus überliefert ist.
Dass in Jesus Gott auf eine einzigartige Weise gegenwärtig ist, erschließt sich erst aus den Erfahrungen, die die Jüngergemeinde Jesu nach Ostern mit ihm Jesus gemacht hat. Er lebt! Alles, was Jesus in seinem irdischen Leben gewirkt hat, erscheint jetzt in einem neuen Licht. Dieses Licht ist auf die in den Evangelien überlieferten Geschehnisse im Leben Jesu gefallen. Das, was Jesus gesagt und gewirkt hat, wird nun in einem tieferen Sinn erschlossen. Wir können es das “Gottgeheimnis Jesu” nennen, das sich verstandesmäßigem und auch rein historischem Zugriff entzieht. Es ist der Glaube, dass durch die Auferweckung Jesu von den Toten Gott selbst endgültig und unwiderruflich für Jesus einsteht und durch ihn allen Menschen Heil und Leben schenken will. Dieser Glaube hat dazu geführt, Jesus sog. Hoheitstitel zuzuerkennen, welche die Einzigartigkeit seiner Person und seines Wirkens in der Sprache des Glaubens zum Ausdruck bringen.
JESUS, DER CHRISTUS
Wir glauben an Jesus als den Christus. Jesus Christus ist kein Doppelname.
Christus ist ein Hoheitstitel, so dass wir sagen müssten: Jesus, der Christus.
Christos ist die griechische Übersetzung für das hebräische Wort “Messias”, was “der Gesalbte” bedeutet. Jesus wird somit verstanden als der gesalbte König des neuen Gottesvolkes. Anders jedoch als die gesalbten Könige Israels wird er inthronisiert zum König mit der Dornenkrone, wird er gekrönt zum Kreuzesmessias. Wenn wir Jesus den Christus nennen, bekennen wir uns damit zu dem, was Petrus in der Pfingstpredigt sagt: “Gott hat ihn zum Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt” (Apg 2, 36).
JESUS, DER SOHN GOTTES
Wir glauben an Jesus als den Sohn Gottes. Auch dieser unser Glaube hat österliche Wurzeln. In seiner Auferstehung wird Jesus endgültig in die Machtfülle Gottes einbezogen. Im Bild gesprochen: “erhöht zur Rechten Gottes” oder “aufgefahren in den Himmel”. Gott bestätigt Jesus als seinen Sohn. Dadurch kann im Nachhinein das ganze öffentliche Wirken Jesu unter den Sohnestitel gestellt werden. Von Ostern her ist es möglich, die gesamte irdische Existenz Jesu als die des Sohnes Gottes zu beschreiben. So geschieht es in den Kindheitsevangelien bei Lukas und Matthäus oder beispielsweise im Galaterbrief, wo es heißt: “Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen” (Gal 4, 4f). Jesus lässt uns teilhaben an dem, was er selber in seiner ganzen Fülle von Ewigkeit her hat: das unzerstörbare, allen Tod überwindende Leben aus Gott.
JESUS, DER HERR
Wir glauben an Jesus als den Herrn. Unser Bekenntnis von Jesus als dem Herrn ist eng verbunden ist mit unserem Bekenntnis zum Sohne Gottes. Für die gläubigen Juden zur Zeit Jesu war Adonai/Kyrios/Herr die geläufige Umschreibung des aus Ehrfurcht nicht mehr ausgesprochenen Gottesnamens Jahwe. Schon bald nach Ostern wird Jesus mit dem Kyrios-Titel versehen, um auch auf diese Weise seine Gemeinsamkeit mit Gott zum Ausdruck zu bringen.
Jesus ist der Herr. Es könnte sich in uns gegen diese Herrschaftsterminologie Widerstand regen. Doch dann sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass dieser Herr unser Bruder ist, der durch Gewaltlosigkeit bezwingt, der überwältigt durch die Ohnmacht seiner Liebe. Das alte Christuslied, vielleicht das erste überhaupt, das Paulus in seinen Philipperbrief aufgenommen hat, bekundet dies so:
Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrige sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: “Jesus Christus ist der Herr” – zur Ehre Gottes, des Vaters. (Phil 26-11)
Die Botschaft von Jesus: dem Christus, dem Sohn Gottes, dem Herrn ist eine Botschaft, die im Glauben aufgenommen sein will. Was von Jesus in die Heiligen Schriften des Neuen Testamentes eingegangen ist, sind Zeugnisse des Glaubens,
sind Texte der Verkündigung – gerichtet an diejenigen, die die Botschaft von dem in Jesus Mensch gewordenen Gott im Glauben annehmen und daraus Heil und Leben schöpfen. Dazu möchten auch wir gehören.
Seneschall Matthias David
VON EINEM WUNDER, DAS IMMER WIEDER GESCHIEHT
(Predigtgedanken zum 19. So. i. Jkr. / 10. So. n. Trinit. – Mt 14:22-23; 1 Kön 18, 1-2.16b-46.19,1-13; Röm 9:1-5)
Die Gotteserfahrung des Elia auf dem Berg Horeb ereignete sich, nachdem er von den gewaltigen Wogen des Lebens hin- und her geworfen wurde. Doch Gott ist nicht in den Gewalten, er begegnet ihm in der Stille. Petrus und die anderen Jünger erfahren, dass Jesus Herr ist über alle Naturgewalten. Sich ihm anzuvertrauen ist die Herausforderung des Glaubens.
Artikel lesenSCHNELLE ENTSCHEIDUNGEN
(Predigtgedanken zum 17. So. i. Jkr. / 8. So. n. Trinitatis; Mt 13:44-52, 1 Kön 3:5.7-12, Röm 8:28-30)
Es gibt Situationen, in denen wir alles aufgeben, weil wir etwas Bestimmtes unbedingt haben wollen, weil es für uns einen Wert hat, vor dem alle anderen wertvollen und wichtigen Dinge verblassen. Jesus behauptet, das Himmelreich sei etwas, für das Kenner alles andere aufgeben. Das Himmelreich steht für ein Glück, das sich nicht kaufen lässt – und für eine Liebe, die der Erde das Schwere nimmt.
SO SCHNELL! ICH KOMME NICHT MIT. HALT!
Ein Mensch findet einen Schatz – schön unter der Erde verbuddelt. Wer mag, wann, warum einen Schatz vergraben haben? Vergessen? In einer Nacht- und Nebelaktion kauft der Mann den ganzen Acker. An nichts anderes kann er mehr denken. Ich muss ihn haben! Alles, was er hat, investiert er jetzt. Alles, was er zu Geld machen kann. Ob er sich das auch gut überlegt hat? Jetzt hat er einen Acker mit Schatz, aber alles andere hat er aufgegeben? Apropos Acker: wird er jetzt Landwirt?
Dann ist da noch ein Juwelier. Er hat ein gut gehendes Geschäft. Fachmann durch und durch. Erstes Haus am Platz! Er entdeckt eine Perle, nein, die Perle – und muss sie haben! Die vielen anderen schönen Einzelstücke, die aus dem Schaufenster lachen, rafft er schnell zusammen, verkauft sie – womöglich sogar unter Preis – und erwirbt seine Traumperle! Die eine! Was aber macht ein Juwelier mit einer Perle, die er nie, unter keinen Umständen, verkaufen möchte? Wie er sie schützen muss! Hoch versichert. Sein Laden ist leer – was macht er denn jetzt?
So schnell! Ich komme nicht mit. Halt!

