Pfingstgrüße der Komturei Johanna-von-Orléans

Der Nachtigall Pfingstgesang

Zu Pfingsten sang die Nachtigall nachdem sie Tau getrunken;  die Rose hob beim hellen Schall das Haupt, das ihr gesunken.
O kommt ihr alle trinkt und speist, Ihr Frühlingsfestgenossen, weil übers ird’sche Mal der Geist des Herrn ist ausgegossen.
Die Himmelsjünger groß und klein sind von der Kraft durchdrungen, man hört sie reden insgemein zu wunderbaren Zungen.
Und da ist kein Zung’ am Baum. Kein Blatt ist da so kleines, es redet auch mit drein im Traum als sei’s voll süßen Weines.
Oh, ihr Apostel gehet aus, und predigt allen Landen mit Säuselluft und Sturmesbraus von dem, der ist erstanden! Legt aus sein Evangelium, auf Frühlingsau’n geschrieben, daß er uns lieben will darum, wenn wir einander lieben.
Wer liebend sich ans nächste hält, und will nur das gewinnen, umfaßt darin die ganze Welt, und Gott ist mittendrinnen!

von Friedrich Rückert

Liebe Ordensschwestern, liebe Ordensbrüder, liebe Postulanten, liebe Postulantinnen, liebe Freunde und Förderer unseres Ordens, liebe Ordensgeschwister,

an Pfingsten kam der Heilige Geist über die Menschen, so überliefert es das Neue Testament. Auch heute wünscht sich mancher oft – daß der Heilige Geist die Menschen ergreife und erfülle. Gerade die Politiker und die Geistlichen, damit sie alle in ihrem jeweiligen Bereich eine unabgehobene und verständliche Sprache finden, die die Menschen in unserem Land auch erreicht. Die Gläubigen, damit sie allen Widrigkeiten zum Trotz die Begeisterung für ihre Kirche und ihren wichtigen Auftrag nicht verlieren. Alle Menschen, daß wir uns für eine gerechte, soziale, umweltfreundliche, freiheitliche und friedliche Politik einsetzen. Aber das Wirken des Geistes wünscht man sich nicht nur im engen Feld der Kirchen und Politik. Geistreiche Ideen sind gefragt, um drängende Probleme in der Welt zu lösen. Begeisterung für die Aufgaben, die anstehen, ist der erste Schritt auf der Suche nach einer Lösung. Erfüllt zu sein von der Vision, etwas noch besser zu machen. Ob im persönlichen Umfeld, in der Politik, in der Medizin, im sozialen Bereich oder in der Kirche. Überall braucht es so etwas wie einen Heiligen Geist – um Ungeist und auch manchmal den Zeitgeist zu vertreiben.

Komm, heiliger Geist, in unsere Städte, in unsere Häuser, in unsere Familie, in unsere Augen, in unsere Herzen.

Ohne Dich lesen wir Bücher und werden nicht weise.
Ohne Dich reden wir lange und werden nicht eins.
Ohne Dich sehen wir nur Fälle, Zahlen und Fakten, aber nicht den Menschen.
Ohne Dich zerfällt unser Leben in eine Reihe von aneinander gereihten Tagen.
Ohne Dich werden wir treulos auf dem Weg mit Gott.
Ohne Dich hat unser Denken keine Zukunft.
Ohne Dich zerstört uns die Technik.
Ohne Dich werden die Kirchen zu Museen.
Ohne Dich wird das Beten Geschwätz.
Ohne Dich wird unser Lächeln erstarren.
Ohne Dich wird unsere Umwelt verwüstet.

Komm, Heiliger Geist, unsere Leere schreit nach Deiner Fülle!
Mache die Welt zur Wohnung für Dich!

Euch liebe Ordensgeschwister und Euren Familien ein frohes Pfingstfest und Gottes reichen Segen.

Mit templerischen / ordensbürderlichen Grüßen,
Dein / Euer südlichster Ordensbruder Klaus – Komtur – Komturei Johanna-von-Orléans