(Predigtgedanken zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit / Trinitatis: Joh 3:16-18; Ex 34:4b.5-6.8-9; 2 Kor 13:11-13))
GOTT DER PHILOSOPHEN
Kürzlich kam ich im Gespräch mit einem jungen Mann auf Gott zu sprechen, ob er an Gott glaube. Seine Antwort: “Ich glaube an ein höheres Wesen.”
Das ist der Gott der Philosophen. Zwei Jahrtausende müht sich menschliche Weisheit zu enträtseln, was Gott ist, von Plato und Aristoteles über Augustinus bis Thomas von Aquin und die Denker unserer Tage. Und sie kommen mit ihren geistigen Anstrengungen nicht viel weiter als zu einem “höheren Wesen”, einem “Daseinsgrund”, einem abstrakten, unverbindlichen “Es”, das in meinem Leben keine Rolle spielt.
Das ist wenig, zu wenig. Gott ist mehr als nur jene Naturkraft, die den Mechanismus der Welt in Gang hält. Mehr als ein totes Gesetz, das die Sterne auf ihren Bahnen bewegt und den Kreislauf der Jahreszeiten in Schwung hält. Mehr als ein Stück dieser Welt, etwas, was sich in diese Welt einsperren ließe. Gott ist mehr als der Philosophengott, als eine Abstraktion, als ein Es.
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