WENN DAS REICH GOTTES NAHE IST

(zum 10. Sonntag im Jahreskreis Mk 3,20 – 35)

ZOFF IN DER HEILIGEN FAMILIE

Hör’ ich recht? Das hört sich nach Streit an – Streit in der Familie Jesu. Der Evangelist erzählt tatsächlich, dass die Angehörigen Jesus zurückholen wollen. Begründung: Er sei von Sinnen. Ihre Einschätzung deckt sich sogar mit der offiziellen der Schriftgelehrten: Jesus sei von Beelzebub besessen. Immerhin: von dem Obersten der Dämonen. Die einen sagten, was sie dachten, die anderen hatten schon ein fachmännisches Urteil parat. Dabei ist Jesus noch ganz am Anfang seines Weges. Aber ein unbeschriebenes Blatt ist er längst nicht mehr. Und wenn ich dann höre, dass Jesus seine Mutter und seine Brüder schroff abweist, gar fremde Leute zu Mutter und Brüder erklärt – ich bin irritiert, fassungslos, überrascht. Ich sehe schon die Überschrift in der Zeitung morgen, die ich nicht nennen darf: Zoff in der Heiligen Familie.

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DER STIMME JESU FOLGEN

BEGEGNUNG

Zwischen 64 und 67 n. Chr. verfolgte Kaiser Nero die Christen in Rom. Nach der Legende floh deshalb der Apostel Petrus und ging aus Rom weg. Auf seinem Weg stadtauswärts begegnete ihm Jesus, der stadteinwärts unterwegs war. Petrus fragte ihn: “Quo vadis, domine? Wohin gehst du, Herr?” Jesus antwortete: “Ich gehe nach Rom, um mich nochmals kreuzigen zu lassen.” Diese Antwort brachte Petrus ins Stocken, er fand neue Kraft und kehrte um. Er verschenkte im Glauben an seinen Meister in Rom sein Leben im Martyrium.

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WIE NEUGEBOREN

Der Sonntag heute hat einen schönen Namen: Wie neugeboren! Lateinisch: Quasimodogeniti. Das klingt gut, ist auch weniger eine Beschreibung als ein Ausruf: Wie neugeboren! Man könnte an ein erquickendes Bad nach einem heißen Tag denken, an eine wohltuende Rast nach einem beschwerlichen Weg, an ein gutes Wort nach einem erbitterten Streit. Wie neugeboren!

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Gründonnerstag

GOTT LÄSST UNS NICHT ALLEIN IM LEID

BEGEGNUNG MIT DEM LEID

Viele von Ihnen haben wahrscheinlich schon einmal einen schwer kranken Menschen im Krankenhaus besucht. Wie ist es Ihnen dabei ergangen? Haben Sie sich vielleicht vorher gefragt: “Was soll ich bloß sagen?” oder sich gedacht: “Hoffentlich jammert der andere nicht zu viel, oder fängt gar zu weinen an? Dann weiß ich nicht mehr, was ich tun soll.”

Wie geht es Ihnen bei einem Begräbnis. Mit welchem Gefühl gehen Sie zu den Trauerfamilien hin und wünschen ihnen Beileid? Können Sie in die traurigen Gesichter sehen, den Schmerz aushalten der sie anblickt, oder in solchen Situationen Worte des Trostes finden, die nicht bloß oberflächlich sind?

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Palmsonntag

GOTT STEHT AUF DER SEITE DERER, DIE LEIDEN

In der Leidensgeschichte Jesu wird uns sein Leidensweg vor Augen gestellt, sein körperliches wie auch sein seelisches Leiden. In Jesus stellt sich Gott auf die Seite aller Leidenden. Angesichts der Passion Jesu stellt sich einem jeden von uns die Frage: Wo stehe ich?

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KRAFT AUS DEM BLICK AUF DAS GANZE

ICH HABE EINEN TRAUM…

“I have a dream…” hat Martin Luther King jr. 1963 zweihundertfünfigtausend Anhängern der Bürgerrechtsbewegung in Washington zugerufen. Das besondere dieser historischen Rede: Dieser Traum hat viel bewegt und die Vereinigten Staaten und die ganze Welt verändert. Ein anderer großer Träumer und Visionär war Mahatma Gandhi.
“Wenn einer träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir aber alle gemeinsam, wird es Wirklichkeit” lautet eine Dom Helder Camara zugeschriebene und oft zitierte Spruchweisheit.

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DER TIEFE FALL

So kann nur Johannes ins Haus fallen:

Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.

Die Worte überschlagen sich fast, verknoten sich in einander. Ich verstehe, warum Johannes von den Menschen früher als Adler vorgestellt wurde – weiter Blick, scharfes Auge – und dann: Sturz in die Tiefe. Der ist dann auch gelungen. Nur ich stehe ratlos, fassungslos da. Mir fehlen die Worte.

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EINGEKLEIDET VON GOTT

SICH WARM ANZIEHEN

“Da musst du dich aber warm anziehen!”, meint eine besorgte Mutter, wenn ihr Kind im Winter das Haus verlässt. “Da musst du dich aber warm anziehen!”, sagt man, wenn man vor eine schwierige Situation gestellt ist, in der mit viel “Gegenwind” zu rechnen ist, wo man einiges braucht, bis man andere überzeugt hat. Wer wenig zum Anziehen hat, wer viel Haut zeigt, der ist angreifbar, leicht verletzbar. Der zeigt die nackte Haut, der zeigt, wie er ist. Umso wichtiger ist es, dass Motorradfahrer beispielsweise sich eine “dicke Haut zu tun” und ihren Lederdress anziehen, bevor sie sich auf die Straße begeben. Sollten sie stürzen oder einen Unfall haben, bewahrt sie ihre Kleidung vor gefährlichen Schürfwunden und schlimmeren Verletzungen.

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