(Predigtgedanken zum 27. So. i. Jkr. / 18. So. n. Trin.; Mt 21:33-44; Jes 5:1-7; Phil 4:6-9)
“LERNEN SIE GESCHICHTE!”
“Lernen Sie Geschichte!” belehrte einst der legendäre österreichische Bundeskanzler Kreisky einen Journalisten. Dieser Ausspruch ist seitdem zu einem geflügelten Wort geworden. Es bleibt jedoch die grundsätzliche Frage, ob die Menschen fähig und bereit sind, aus den Erfahrungen der Geschichte zu lernen.
In der Schule haben wir uns viel mit Geschichte befasst, sogar mit Zeitgeschichte.
Wir haben viele Geschichten gehört, Fakten und Jahreszahlen gebüffelt. Ich hatte auch Geschichtslehrer, die sich bemüht haben, uns tiefere Zusammenhänge geschichtlicher Entwicklungen zu erschließen. Trotz positiver persönlicher Erfahrungen und trotz allem Bildungseifer, den ich in vielen Bereichen wahrnehme, bleibe ich skeptisch, ob eine Gesellschaft auf längere Sicht fähig ist, aus der Geschichte zu lernen und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Es ist wie mit dem Kind, das erst, wenn es sich selbst die Finger verbrannt hat, den heißen Ofen meidet.
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